Dieser Artikel untersucht, wie geopolitische Spannungen informelle wirtschaftliche Aktivitäten durch die Umstrukturierung von Lieferketten umgestalten. Basierend auf 60 Interviews mit Arbeiterinnen und Arbeitern und einer systematischen Analyse von 47 politischen Dokumenten aus Griechenland, der Türkei und Bulgarien entwickelt die Forschung das Konzept der "geopolitischen Informalität", informelle wirtschaftliche Anpassungen, die durch zwischenstaatlichen Wettbewerb und nicht durch innere Faktoren ausgelöst werden. Durch Triangulation der Interviewdaten mit Schätzungen von Gewerkschaften und Unternehmensberichten zeigt die Forschung, dass etwa 38 % bis 52 % der vertriebenen Arbeiterinnen und Arbeiter in die informelle Beschäftigung übergehen, was ein "Formalitätsparadoxon" schafft, bei dem Staaten Kontrolle über strategische Sektoren behaupten und gleichzeitig Informalität für wettbewerbliche Flexibilität tolerieren. Die Dokumentenanalyse offenbart ein systematisches "strategisches Schweigen" in politischen Rahmen, die die Schaffung formaler Arbeitsplätze feiern und die informellen Grundlagen ignorieren, die die Umstrukturierung von Lieferketten ermöglichen. Arbeiterinnen und Arbeiter zeigen erheblichen Handlungsspielraum durch grenzüberschreitende Netzwerke, Fertigkeitsteilungskooperativen und hybride formale-informelle Einkommensstrategien. Die Forschung stellt Annahmen über Formalisierung und Entwicklung in Frage und zeigt, dass Informalität ein strukturelles Merkmal des zeitgenössischen geopolitischen Kapitalismus ist, das neue theoretische Rahmenbedingungen und politische Ansätze erfordert, die das Wohl der Arbeiterinnen und Arbeiter schützen, während sie sich im strategischen Wettbewerb bewegen.
Ceyhun Elgin (Sat,) hat diese Frage untersucht.
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