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Dieses Papier untersucht, wie Praktiken der sonic Re-Kontextualisierung, die sowohl von Folkloristen als auch von der Musikindustrie in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts vollzogen wurden, entscheidend für die Konstitution einer auditiven Modernität in Lateinamerika waren. Dies geschieht gleichzeitig durch die widersprüchlichen Praktiken der Epistemologien der Reinigung – die darauf abzielen, Klänge zu provinialisieren, um ihnen einen Platz in der modernen Ökumene zuzuschreiben – und der Epistemologien der Transkulturation – die entweder solche Praktiken der Reinigung umsetzen oder stören. Damit möchte ich argumentieren, dass die auditive Sphäre eine entscheidende Rolle in der hochgradig ungleichen Modernität Lateinamerikas spielt, die nicht nur in der zeitgenössischen sonic Wende signifikant ist, sondern auch eine Rolle bei der Definition der Idee einer lateinamerikanischen schriftlichen Modernität gespielt hat. Zudem untersuche ich die Beziehung zu der Konstruktion von Epistemologien traditioneller und populärer Musik in Lateinamerika und deren Rolle in der Konstitution musikalischer ‚Wissen anders‘. Besonders betrachte ich die Wissenspolitik einiger der frühen Folkloristen des zwanzigsten Jahrhunderts und deren Auswirkungen auf das Denken über die Wissensstruktur in musikalischen Disziplinen in einem globalisierten, postkolonialen Kontext, in dem das Sonic entscheidende Erfahrungs- und Wissensfelder vermittelt.
Ana Maíra Ochoa Gautier (Mi,) hat diese Frage untersucht.