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Obwohl seit einem halben Jahrhundert bekannt ist, dass im Kleinhirn von anthropoidalen Affen einzigartige Strukturen entstanden sind, die im menschlichen Gehirn stark vergrößert wurden, bleibt die Funktion dieser Strukturen nach wie vor unbekannt. Um deren Funktion zu erklären, wird ein neues Konzept der Fähigkeiten des Kleinhirns vorgeschlagen, das sowohl auf neuronalen Evidenzen als auch auf der Informationstheorie basiert. Die phylogenetisch jüngsten Strukturen des Kleinhirns könnten auf ähnliche Weise zu geistigen Fähigkeiten beitragen, wie die phylogenetisch älteren Strukturen zu motorischen Fähigkeiten beitragen. In beiden Fällen kann das Kleinhirn Signale vom dentierten Kern über den Thalamus an den frontalen Kortex senden. Signale aus dem älteren Teil des dentierten Kerns helfen mit Sicherheit dem frontalen motorischen Kortex, das geschickte Manipulieren von Muskeln zu steuern, und Signale aus dem neuesten Teil des dentierten Kerns könnten dem frontalen Assoziationskortex helfen, das geschickte Manipulieren von Informationen oder Ideen zu steuern. Wie solche geistigen Fähigkeiten im Laufe der phylogenetischen und ontogenetischen Entwicklung bei höheren Primaten entstanden sein könnten, wird aufgezeigt. Die Gültigkeit dieses neuen Konzepts der Kleinhirnfunktion kann an Menschen durch tomographische Gehirnscans getestet werden.
Leiner et al. (Mittwoch) haben diese Frage untersucht.
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