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Ein langjähriges Argument in den Politikwissenschaften besagt, dass hohe Ungleichheit mit Demokratie unvereinbar ist. Obwohl zahlreiche Studien mittlerweile untersucht haben, ob Einkommensungleichheit die demokratische Konsolidierung und Stabilität gefährdet, indem sie die öffentliche Unterstützung aushöhlt, bleiben die Ergebnisse uneindeutig. Diese Studie liefert neue Beweise für einen soziotropen Effekt der makroökonomischen Einkommensungleichheit auf das Vertrauen in die Institutionen der repräsentativen Demokratie, indem sie die Random-Effects-in-Between-Spezifikation in Multilevel-Modellen für Daten aus 28 europäischen Demokratien über einen Zeitraum von 16 Jahren nutzt. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl langjährige Unterschiede in der Einkommensungleichheit zwischen Ländern als auch Veränderungen der Ungleichheit innerhalb der Länder über die Zeit negativ mit dem Vertrauen in Institutionen korreliert sind. Während die Spirit-Level-These besagt, dass dieser Effekt bei reichen Demokratien ausgeprägter sein sollte, zeigen die Ergebnisse, dass der Effekt der Ungleichheit in weniger wohlhabenden Ländern stärker ist. Weitere Analysen darüber, ob der sozialpsychologische Mechanismus, der von der Spirit-Level-These vorgeschlagen wird, den Effekt der Ungleichheit auf das Vertrauen vermittelt, dokumentieren eine teilweise Übertragung über Statusbedenken und soziales Vertrauen. Die Studie legt jedoch nahe, dass Einkommensungleichheit primär das Vertrauen in Institutionen über bewertungsbasierte Prozesse beeinflusst, die durch wirtschaftliche Bewertungen erfasst werden.
Simon Bienstman (Wed,) untersuchte diese Frage.