Zusammenfassung Preprints, wissenschaftliche Manuskripte, die öffentlich vor der Peer-Review geteilt werden, sind inzwischen Teil der wissenschaftlichen Kommunikation als aufkommende Informationsressourcen. Während neurowissenschaftliche Forscher zunehmend Preprints veröffentlicht haben, bleibt die Wirkung von Preprints in diesem Bereich unklar. Diese Fallstudie untersuchte durch einen bibliometrischen Ansatz die Zitationsmuster von Preprints. Die Ergebnisse ergaben über 33.000 Zitationen von Preprints in Scopus-indizierten neurowissenschaftlichen Dokumenten (1993-2022). Es wurden Zitationstrends und Zitationsmotivation untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass 1,62 % der neurowissenschaftlichen Publikationen mindestens einen Preprint zitierten, mit einem Höhepunkt von 6 % im Jahr 2021. Überprüfungs- und Zeitschriftenartikel zitierten Preprints deutlich häufiger als Bücher, Notizen und Konferenzbeiträge (X² = 1909,015, p 0,001). Die am häufigsten zitierten Server waren bioRxiv, arXiv, medRxiv und PsyArXiv. In Bezug auf Zeitschriften wurde eine moderate positive Korrelation (rs = 0,353, p 0,01) zwischen Publikationen, die Preprints zitieren, und den CiteScores der Zeitschriften gefunden. Mit Scite.ai wurden 93 % der Zitationen als ‚Erwähnungen‘ klassifiziert, wobei deutlich weniger unterstützende oder kontrastierende Zitationen anfielen. Die meisten Preprint-Zitationen traten in der Einleitung und Diskussion auf, was ihre Rolle bei der Formulierung von Forschungsfragen und der Kontextualisierung von Ergebnissen hervorhebt. Der globale Überblick über diese Ergebnisse kann helfen, das Zitationsverhalten im Hinblick auf strukturelle und kulturelle Faktoren, wie disziplinäre Normen, politische Rahmenbedingungen, Einstellungen der Forscher und gesundheitliche Notfälle, zu kontextualisieren.
Rasuli et al. (Di.,) untersuchten diese Frage.