Key points are not available for this paper at this time.
Die verschiedenen Phänomene, die in einem Phantomglied auftreten können, sind so rätselhaft und ihre Aufklärung so mit Schwierigkeiten behaftet, dass wir mit gewisser Zögerlichkeit an das Problem herangehen. Die Schwierigkeit wird nicht dadurch gemindert, dass mehrere eingehende Studien jüngst erschienen sind, namentlich von Lhermitte (1939) und Riddoch (1941). Der enge Kontakt zu vielen Amputationsfällen über einen längeren Zeitraum bot jedoch die Möglichkeit, Gliedmaßenphantome zu untersuchen, und der Anlass für dieses Papier muss sein, dass unsere Schlussfolgerungen in einigen wichtigen Punkten von den gegenwärtig akzeptierten abweichen. Diese Studie ist keine umfassende Übersicht, sondern beschränkt sich auf die Aspekte, die uns wichtiger erscheinen, um das, was man die Physiologie des Phantoms nennen könnte, zu erhellen. Material. - Die Beobachtungen wurden in Kriegsgefangenenkrankenhäusern und -lagern in Deutschland in den Jahren 1940-45 gemacht. Die Patienten waren alles Männer im militärischen Alter, und die Amputation war fast immer eine Folge von Schussverletzungen. Die Serie war daher ziemlich homogen, und die Umstände eines Kriegsgefangenenlebens waren für alle gleich. Etwa dreihundert größere und viele kleinere Amputationen wurden gesehen. Die Amputation war üblicherweise innerhalb der ersten Woche oder zwei nach der Verwundung durchgeführt worden, manchmal jedoch erst nach mehreren Monaten und gelegentlich so spät wie zwölf bis achtzehn Monate. Die ersten achtundneunzig Fälle kamen sechs Monate nach der Verwundung im Jahr 1940 unter unsere Obhut. Danach trafen regelmäßig neue Fälle aus anderen Einsätzen ein, und bei den meisten von ihnen war die Amputation bereits einige Wochen oder Monate zuvor erfolgt. Die Mehrheit der Beobachtungen begann daher, als Stumpf und Phantom einen relativ stabilen Zustand erreicht hatten. Andere Fälle wurden in den frühen Tagen gesehen, und einige Studien wurden sowohl vor als auch nach der Amputation gemacht. Die meisten Männer blieben bis zu ihrer Rückführung ein bis drei Jahre später unter Beobachtung, wodurch eine Untersuchung des Phantoms in Intervallen durch die wichtigeren Veränderungen in seiner Entwicklung ermöglicht wurde.
Henderson et al. (Sat,) untersuchten diese Frage.