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Im 18. und 19. Jahrhundert war Neuengland von einer schrecklichen Tuberkuloseepidemie betroffen. Im 19. Jahrhundert war diese Krankheit die häufigste Todesursache im östlichen Vereinigten Staaten und machte fast 25 Prozent aller Todesfälle aus. Trotz einer Fülle von Heilmitteln, die von einer eklektischen Mischung aus Praktikern angeboten wurden, war eine Diagnose von Schwindsucht – wie die Lungentuberkulose damals genannt wurde – gleichbedeutend mit einem Todesurteil. Einige Neuengländer, die nicht einfach zusehen wollten, wie einer nach dem anderen ihrer Familienmitglieder starb, wandten sich einem alten Hausmittel zu, dessen Wurzeln sicherlich in Europa liegen müssen. Von Außenstehenden als Vampirismus bezeichnet (ein Begriff, der möglicherweise nie von den Menschen innerhalb der Gemeinschaften selbst verwendet wurde) erforderte dieses Mittel das Ausgraben der Körper verstorbener Angehöriger und das Überprüfen auf „unnatürliche“ Zeichen, wie z.B. „frisches“ Blut im Herzen. Der implizite Glaube war, dass einer der Verwandten nicht vollständig tot war und eine gewisse Lebenssemblance aufrechterhielt, indem er die Lebenskräfte von lebenden Verwandten abzog. Alle mehr als 20 dokumentierten Fälle in Neuengland traten in Gebieten außerhalb des puritanischen Kernlandes von Massachusetts und des angrenzenden Connecticut auf – „Randgebiete“, die separatistisch, tolerant oder unbestimmt in Bezug auf die religiöse Zugehörigkeit waren. Vielleicht überraschend war, dass 85 bis 90 Prozent der weißen Neuengländer dieser Ära „ungekircht“ waren, wobei viele verschiedene Hybridreligionen praktizierten, die als „Volksglauben“ klassifiziert wurden, in dem Sinne, dass sie inoffizielle Kombinationen von christlichen Überzeugungen und verschiedenen folkloristischen Praktiken waren, die oft abfällig als „Aberglauben“ bezeichnet wurden. Die Interpretation der Vampirpraxis durch verschiedene Evidenzstränge, einschließlich Augenzeugenberichten, Familiengeschichten, lokalen Legenden, Zeitungsartikeln, lokalen Geschichten, Stadtakten, Tagebucheinträgen, unveröffentlichten Korrespondenzen, Genealogien und sogar tatsächlichen menschlichen Überresten zeigt, dass die Grenze zwischen Leben und Tod für viele Neuengländer in der Tat weit fragiler und undeutlicher war, als es Geschichtsschreibungen, die sich ausschließlich auf konventionelle Quellen stützen, nahelegen.
Michael E. Bell (Mi,) untersuchte diese Frage.
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