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Angesiedelt neben und verwoben mit dem Klimawandel und der unaufhörlichen Zerstörung der ‚wilden‘ Natur hätte die globale Covid-19-Pandemie ernsthafte Überlegungen zu unserem verschwenderischen Umgang und der gedankenlosen Behandlung anderer Tiere anregen sollen. Weit verbreitete Verweise auf ‚pivotal moments‘ und die Notwendigkeit eines Neustarts in den Beziehungen der Menschen zur ‚Natur‘ schienen vielversprechend. Dennoch werden wichtige Fragen zu den Ursprüngen der Pandemie und ihrem breiteren Kontext weiterhin ignoriert, und folglich hat sich dieser Moment als alles andere als entscheidend für Tiere erwiesen. Um diese Diskontinuität zu untersuchen, unternimmt dieses Papier eine Analyse der dominierenden Covid-Diskurse in zentralen Wissensorten, die Mainstream-Medien, große Organisationen, Wissenschaft und prominente Tierrechtsorganisationen umfassen. Basierend auf den Kernprinzipien der Kritischen Tierstudien wird das Konzept kritischer tierethischer Perspektiven als Mittel vorgeschlagen, um diese Diskurse zu bewerten und die Illegitimität alternativer Denkweisen über Tiere zu erkunden. Insgesamt zeigt sich, dass die dominierenden Covid-Diskurse versagen, sich mit den Mechanismen auseinanderzusetzen, durch die menschliche Nutzungen von Natur und anderen Tieren gerechtfertigt werden – insbesondere binäres Denken, die Normalisierung und Naturalisierung hierarchischer Nutzungs-Kategorien sowie die Kommodifizierung ihres Lebens und Körpers – oder die Art und den Umfang der Praktiken zu spezifizieren, die sich ändern müssen. Diese zentralen Wissensorte und auch prominente Advocacy-Organisationen spiegeln somit die Illegitimität kritischer tierethischer Perspektiven wider, tragen jedoch auch zu deren fortwährender Delegitimation bei. Verschärft wird diese Situation durch die Illegitimität der Tierrechtsbewegung selbst, die teilweise der Bewegungfraktionierung und einer Vielzahl von unklar artikulierten Zielen zugeschrieben wird. Die Verbreitung und Normalisierung kritischer Perspektiven auf Tiere war nie notwendiger. Über die Wissenschaft hinaus bieten kritische tierethische Perspektiven einen potenziell produktiven und praktischen Ansatz für dieses Unterfangen, sodass zukünftige Momente wirklich entscheidend für Menschen und Nichtmenschen sein können.
Paula Arcari (Fr.) hat diese Frage untersucht.