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Laterale visuell geführte Sakkaden wurden elektro-okulografisch bei 40 Patienten mit progressiver supranukleärer Lähmung (PSP) untersucht, um das Verständnis der Pathophysiologie des okulomotorischen Syndroms und der supraretikularen Kontrolle der Sakkaden zu erhöhen. In den beiden Hauptparadigmen wurde der zentrale Fixationspunkt kurz vor dem Erscheinen eines lateralen Ziels entfernt, wobei den Probanden gesagt wurde, entweder auf das Ziel zu schauen (Gap-Aufgabe) oder, insbesondere um den Einfluss des Frontallappens zu testen, in die entgegengesetzte Richtung des Ziels (Antisakkade-Aufgabe). Die Verteilung der Sakkadenlatenz in der Gap-Aufgabe war signifikant verstreuter bei Patienten im Vergleich zu 40 normalen Kontrollpersonen, obwohl die mittleren Latenzen nicht groß variieren. Insbesondere hatten viele Patienten kürzere oder längere Latenzen als die der Kontrollpersonen. In der PSP-Gruppe war der Prozentsatz der Fehler in der Antisakkade-Aufgabe (fehlgeleitete Sakkaden in Richtung des Ziels) stark mit der Latenz in der Gap-Aufgabe korreliert, hohe Fehlerquoten entsprachen kurzen Latenzen. Auch gab es eine Korrelation zwischen Latenz und der frontalen Dysfunktion, die durch neuropsychologische Tests bewertet wurde. Diese Korrelationen legen nahe, dass kurze Latenzen aus einer schweren Beeinträchtigung des frontalen Hemmungssystems resultieren könnten, das an der Initiierung von Sakkaden beteiligt ist. Lange Latenzen würden das Resultat von Schäden an verschiedenen exzitatorischen supraretikularen Bahnen (wie dem oberen Colliculus) oder an Schaltkreisen sein, die für Verschiebungen der visuellen Aufmerksamkeit verantwortlich sind. Schließlich wurden 20 Patienten über einen Zeitraum von 3-12 Monaten longitudinal verfolgt. Die anfänglich große Interindividuelle Variabilität der Sakkadenlatenz in der Gap-Aufgabe verringerte sich signifikant über einen Zeitraum von mehreren Monaten. Diese Beobachtung könnte aus einem sekundären Gleichgewicht zwischen der Beeinträchtigung des frontalen Hemmungssystems und der der verschiedenen exzitatorischen Bahnen resultieren.
Pierrot‐Deseilligny et al. (Sun,) haben diese Frage untersucht.