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Viele historische Prozesse sind dynamisch. Populationen wachsen und schwinden. Imperien expandieren und brechen zusammen. Religionen verbreiten sich und verkümmern. Naturwissenschaftler haben große Fortschritte beim Verständnis dynamischer Prozesse in der physischen und biologischen Welt gemacht, indem sie einen synthetischen Ansatz verfolgt haben, der mathematische Modellierung mit statistischen Analysen verbindet. Indem das Problem der territorialen Dynamik aufgegriffen wird – warum einige politisch-territoriale Einheiten zu bestimmten Zeiten expandieren und zu anderen Zeiten schrumpfen – zeigt dieses Buch, dass ein ähnliches Forschungsprogramm unser Verständnis dynamischer Prozesse in der Geschichte voranbringen kann. Peter Turchin entwickelt Hypothesen aus einem breiten Spektrum sozialer, politischer, wirtschaftlicher und demographischer Faktoren: Geopolitik, Faktoren die die kollektive Solidarität beeinflussen, Dynamik der ethnischen Assimilation/religiösen Konversion und die Wechselwirkung zwischen demographischer Dynamik und soziopolitischer Stabilität. Er überträgt diese dann in ein Spektrum mathematischer Modelle, untersucht die von den Modellen vorhergesagten Dynamiken und kontrastiert die Modellvorhersagen mit empirischen Mustern. Turchins äußerst lehrreiche empirische Tests zeigen, dass bestimmte Modelle empirische Muster mit einer sehr hohen Genauigkeit vorhersagen. Zum Beispiel erklärt ein Modell die immer wiederkehrenden Wellen des Staatszerfalls im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Europa. Und historische Daten bestätigen, dass ethnonationalistische Solidarität unter bestimmten Bedingungen (wie an Orten, an denen imperiale Grenzen mit religiösen Spaltungen zusammentreffen) einen aggressiv expansiven Staat hervorbringt. Die Stärke von Turchins Ergebnissen deutet darauf hin, dass der synthetische Ansatz, den er befürwortet, unser Verständnis historischer Dynamik erheblich verbessern kann.
Eine Studie hat diese Frage untersucht.