Leonardo Bruni (1377–1444), Kanzler von Florenz, ist heute mehr als Initiator des bürgerlichen Humanismus und Verfechter des frühneuzeitlichen Republikanismus bekannt als als Historiker des mittelalterlichen Florenz. Diese Position verdankt er vor allem Hans Baron, der argumentierte, dass der florentinische bürgerliche Humanismus – eine beispielhafte Form des kommunalen Lebens, die dem aktiven Leben gewidmet ist – wie besonders in Brunis Schriften zu finden ist, aus dem wiederauflebenden Interesse an der Antike stammt, das auf eine befreiende, zivilisierende und fortschrittliche Moderne hindeutet. Obwohl James Hankins kürzlich argumentiert hat, dass die dualen Thesen des bürgerlichen Humanismus und Republikanismus Fehlcharakterisierungen des größeren Anliegens des italienischen Renaissance-Denkens sind, stellt die wissenschaftliche Literatur Leonardo Bruni überwiegend als anstrebend modern und von Definition her un-mittelalterlich dar. Doch in der Betonung der Rolle der Antike in Brunis "modernen" Gedanken haben Wissenschaftler die Bedeutung der mittelalterlichen Geschichte in der Formulierung und dem Inhalt von Brunis Argumenten übersehen. Dieser Artikel versucht, diese Fehlbewertung zu berichtigen, indem er zeigt, wie dieser typische mittelalterliche Kampf, der Konflikt zwischen Päpsten und Kaisern, eine zentrale Rolle in Brunis politischem Denken spielt, wie man sie in der Geschichte des florentinischen Volkes findet, die von 1415/16 bis 1444 geschrieben wurde.
G Ridley (Di,) untersuchte diese Frage.