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HINTERGRUND UND ZIEL: Zahlreiche präklinische Ergebnisse und eine klinische Pilotstudie deuten darauf hin, dass rekombinantes menschliches Erythropoietin (EPO) einen neuroprotektiven Effekt bietet, der für die Behandlung von Patienten mit ischämischem Schlaganfall vorteilhaft sein könnte. Obwohl EPO über zwei Jahrzehnte als sicheres und gut verträgliches Medikament angesehen wurde, haben neuere Studien ein erhöhtes Risiko für thromboembolische Komplikationen und/oder Mortalität bei der EPO-Gabe an Patienten mit Krebs oder chronischer Nierenerkrankung identifiziert. Dementsprechend wurde die doppelblinde, placebo-kontrollierte, randomisierte deutsche Multizenter-EPO-Schlaganfall-Studie (Phase II/III; ClinicalTrials.gov Identifier: NCT00604630) konzipiert, um die Wirksamkeit und Sicherheit von EPO bei Schlaganfällen zu bewerten. METHODEN: Diese klinische Studie umfasste 522 Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall im Versorgungsgebiet der Arteria cerebri media (Intent-to-treat-Population), von denen 460 Patienten wie geplant behandelt wurden (per-protocol-Population). Binnen 6 Stunden nach Beginn der Symptome wurde EPO intravenös infundiert (40.000 IE jeweils). Eine systemische Thrombolyse mit rekombinantem Gewebe-Plasminogenaktivator wurde erlaubt und stratifiziert. ERGEBNISSE: Unerwartet erhielten eine sehr hohe Anzahl von Patienten rekombinanten Gewebe-Plasminogenaktivator (63,4%). Bei der Analyse der Gesamt-Intent-to-treat- und per-protocol-Populationen zeigten weder der primäre Endpunkt Barthel-Index am Tag 90 (P=0,45) noch einer der anderen Endpunkte positive Effekte von EPO. Es gab eine Gesamtsterblichkeitsrate von 16,4% (n=42 von 256) in der EPO-Gruppe und 9,0% (n=24 von 266) in der Placebogruppe (OR, 1,98; 95% CI, 1,16 bis 3,38; P=0,01), ohne dass ein bestimmter Mechanismus des unerwarteten Todes nach Schlaganfall identifiziert werden konnte. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Basierend auf der Analyse der Gesamt-Intent-to-treat- und per-protocol-Populationen handelt es sich hierbei um eine negative Studie, die auch Sicherheitsbedenken aufwirft, insbesondere bei Patienten, die eine systemische Thrombolyse erhalten.
Ehrenreich et al. (Thu,) haben diese Frage untersucht.
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