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ZIELE: Innerhalb von drei Tagen zu Beginn der COVID-19-Pandemie entwickelte der Kopenhagener Rettungsdienst ein digitales Diagnosegerät. Ziel war es, potenzielle COVID-19-Symptome zu bewerten und zu triagieren sowie die Anzahl der Anrufe bei öffentlichen Gesundheits-Hotlines zu reduzieren. Das Gerät wurde in wenigen Wochen fast 150.000 Mal verwendet und von Politikern und Verwaltungsmitarbeitern als Lösung und Erfolg beschrieben. Hohe Nutzung kann jedoch nicht als alleiniges Erfolgskriterium dienen. Welche Kriterien könnten angemessen sein? Und sollte digitale Triage für Bürger standardmäßig als geringes Risiko angesehen werden? METHODEN: Dieses Papier reflektiert über die unsicheren Aspekte der Leistung, Risiken und Fragen der Verantwortlichkeit im Zusammenhang mit dem digitalen Diagnosegerät, um Lehren für zukünftige Verbesserungen zu ziehen. Die Analyse basiert auf den Prinzipien der evidenzbasierten Medizin (EBM), den EU- und US-Vorschriften für Medizinprodukte und der Taxonomie der Unsicherheit im Gesundheitswesen nach Han et al. ERGEBNISSE: Lehren für zukünftige digitale Geräte sind (a) die Notwendigkeit klarer Erfolgskriterien, (b) die Bedeutung des Bewusstseins für andere schwere Krankheiten bei der Triage, (c) die Priorität, das Gerät so zu gestalten, dass Daten zur Bewertung gesammelt werden, und (d) klare Zuweisung von Verantwortlichkeiten. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Ein Gerät, das dazu gedacht ist, die Triage für Bürger gemäß seinen eigenen Erfolgskriterien zu ersetzen, sollte nicht standardmäßig als geringes Risiko angesehen werden. In einem pandemischen Zeitalter, das von der Digitalisierung abhängig ist, ist es daher wichtig, das Ethos der EBM nicht aufzugeben, sondern stattdessen den Boden für neue Wege zu bereiten, um Evidenz für den Effekt zu bauen.
Haase et al. (Fr,) untersuchten diese Frage.