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HINTERGRUND: Die autosomal dominante polyzystische Nierenerkrankung (ADPKD) verursacht etwa 10 % der Fälle von terminaler Niereninsuffizienz. Die Krankheitsprogressionsrate ist heterogen. Tolvaptan ist derzeit die einzige spezifische Therapiemöglichkeit, um den Nierenfunktionsabfall bei Erwachsenen mit Risiko für eine schnell fortschreitende ADPKD mit chronischer Nierenkrankheit (CKD) der Stadien 1-4 zu verlangsamen. Daher ist eine zuverlässige Bewertung der Nierenfunktion bei Patienten mit ADPKD erforderlich. METHODEN: Wir bewerteten die Übereinstimmung zwischen gemessener (mGFR) und geschätzter glomerulärer Filtrationsrate (eGFR) anhand von 61 Formeln, die auf Kreatinin und/oder Cystatin-C basieren, bei 226 ADPKD-Patienten mit unterschiedlichen GFR-Werten, von der Prädialyse bis zur glomerulären Hyperfiltration. Außerdem bewerteten wir, ob eine falsche Kategorisierung von CKD unter Verwendung von eGFR die Indikation und/oder Erstattung der Tolvaptan-Behandlung beeinträchtigen könnte. ERGEBNISSE: Keine Formel zeigte eine akzeptable Übereinstimmung mit mGFR. Der Gesamtabweichungsindex lag im Durchschnitt bei etwa 50 % für eGFR, basierend auf Kreatinin und/oder Cystatin-C, was darauf hinweist, dass 90 % der Schätzungen der GFR Fehlergrenzen von 50 % im Vergleich zu mGFR aufwiesen. In 1 von 4 Fällen mit mGFR < 30 ml/min lieferte eGFR Schätzungen über diesem Schwellenwert. Auch in der Hälfte der Fälle mit mGFR zwischen 30 und 40 ml/min schätzten die Formeln Werte < 30 ml/min. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Bewertung der Nierenfunktion mit Formeln bei ADPKD-Patienten ist unzuverlässig. Extreme Abweichungen von der tatsächlichen Nierenfunktion sind recht häufig. Die Folgen dieses Fehlers verdienen Beachtung, insbesondere bei schnell fortschreitenden Fällen, die von einer sofortigen Behandlung mit Tolvaptan profitieren könnten und bei denen spezifische GFR-Schwellenwerte für die Indikation oder Erstattung erforderlich sind. Wo immer möglich, wird mGFR empfohlen.
Rodríguez et al. (Do,) untersuchten diese Frage.