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In der Populären Traummikultur argumentiert Anne Rothe, dass der amerikanische Holocaustdiskurs eine besondere Handlungsstruktur aufweist, die durch einen melodramatischen Konflikt zwischen Gut und Böse gekennzeichnet ist und in den zentralen Figuren von Opfer/Überlebenden und Täter verkörpert wird. Sie bietet das Paradigma für die Darstellung persönlicher Erfahrungen von Schmerz und Leiden in den Massenmedien. Das Buch beginnt mit einer Analyse von Holocaust-Klischees, einschließlich ihrer politischen Aneignung, dem Begriff der stellvertretenden Opferschaft, der sogenannten Rhetorik des Opfersprechs und der Durchdringung der zusammengesetzten Überlebensfigur mit Sozialdarwinismus. Die Leser erkunden dann die Verkörperung der populären Traummikultur in zwei zentralen Massenmedien-Genres: Talkshows im Nachmittagsfernsehen und Elendsmemoiren. Rothe vermittelt, wie Opferschaft und Leiden in Talkshows wie Oprah als Trauma-Kitsch und in modernen Freakshows wie Springer als Trauma-Camp inszeniert werden. Die Diskussion umfasst auch die erste wissenschaftliche Analyse von Elendsmemoiren, dem beliebten literarischen Genre, das häufig als pornografische Darstellungen extremer Gewalt kritisiert wurde. Derzeit gilt es als der größte Wachstumssektor im Buchverlag weltweit, viele dieser Werke sind auch fabriziert. Das Buch schließt mit einer Untersuchung der gefälschten Elendsmemoiren.
Eine Tue-Studie hat diese Frage untersucht.