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Hintergrund: Die Verbindungen zwischen Essstörungen (EDs) (z. B. Anorexia nervosa (AN), Bulimia nervosa (BN) und Binge-Eating-Störung (BED)) und den Hauptformen der neurodevelopmentalen Störungen (NDDs) wie Autismus-Spektrum-Störung (ASD) und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHD) wurden wiederholt hervorgehoben. Bei ASD und ADHD reichen diese Verbindungen von einem erhöhten Risiko für EDs bis hin zu gemeinsamen symptomatischen Überlappungen und ätiologischen Gemeinsamkeiten mit EDs. Methoden: Wir führten eine systematische Literaturrecherche (bis Juli 2019) mit Medline über Ovid für epidemiologische Daten zu EDs (AN, BN und BED) in Kombination mit sowohl ASD als auch ADHD durch. Ergebnisse: Die überprüften Studien zeigten, dass im Durchschnitt 4,7 % der Patienten mit bestimmten ED-Diagnosen (AN, BN oder BED) eine ASD-Diagnose erhielten. Zuverlässige Daten zur Prävalenz von EDs in ASD-Proben sind nach wie vor rar. Komorbide ASD wird am häufigsten bei Patienten mit AN diagnostiziert. Die Prävalenz von ADHD bei EDs variierte zwischen 1,6 % und 18 %. Komorbide ADHD wurde häufiger im AN-Binge-Eating/Purging-Subtyp und BN berichtet als im restriktiven Subtyp von AN. Die Prävalenz von EDs bei ADHD schwankte zwischen keiner Assoziation und einer Lebenszeitprävalenz von 21,8 % für die Entwicklung einer ED bei Frauen mit ADHD. Schlussfolgerungen: Studien zu den Prävalenzraten von EDs bei ADHD und ASD sowie umgekehrt sind heterogen, zeigen jedoch eine häufige Assoziation. Obwohl es zunehmende Beweise für klinische Überlappungen zwischen den drei Störungen gibt, bleibt es schwierig zu bestimmen, ob überlappende Merkmale (z. B. soziale Isolation) auf gemeinsame Komorbiditäten (z. B. Depression) zurückzuführen sind oder hauptsächlich mit EDs und NDDs assoziiert sind. Darüber hinaus sind weitere prospektive Studien erforderlich, um besser zu verstehen, wie diese Störungen miteinander verbunden sind und ob ADHD und ASD spezifische oder unspezifische prädestinierende Faktoren für die Entwicklung von EDs sein könnten.
Nickel et al. (Do,) untersuchten diese Frage.