ZUSAMMENFASSUNG Temperatur ist ein grundlegender Regulator der Mikrobiologie, der Prozesse von Wachstum und Atmung bis hin zu Gemeinschaftsinteraktionen und dem Funktionieren von Ökosystemen prägt. Diese Übersicht fasst aktuelle experimentelle und theoretische Fortschritte zusammen, die zeigen, wie Mikroben auf Erwärmung über biologische Skalen reagieren, mit einem Fokus auf kurzfristige ökologische Akklimatisierungen von Mikrobengemeinschaften. Auf zellulärer Ebene beeinflusst die steigende Temperatur die Enzymkinetik, die Membranfluidität und die metabolische Effizienz, oft auf nicht-lineare Weise, die die Gültigkeit fester Q10-basierter Modelle in Frage stellt. Auf Gemeinschaftsebene begünstigt die Erwärmung thermophile und langsam wachsende Taxa, während die Mikrobennetzwerke durch veränderte Gleichgewichte zwischen Wettbewerb, Kooperation und Syntrophie umstrukturiert werden. Diese strukturellen Änderungen können die funktionale Redundanz und Stabilität verringern, doch anhaltende Erwärmung kann auch die Entstehung kohäsiver, resilienter Gemeinschaftsarchitekturen fördern. Insgesamt betonen wir die Notwendigkeit integrativer mechanistischer Rahmenbedingungen, die thermale Physiologie, Kohlenstoffnutzungseffizienz und mikrobielle Interaktionen miteinander verknüpfen, um Vorhersagen über die mikrobielle Beteiligung am Kohlenstoffkreislauf unter dem Klimawandel zu verbessern.
Balogun et al. (Thu,) haben diese Frage untersucht.