Diskussionen über Unternehmens-AI konzentrieren sich häufig auf Modelle, Daten, Governance, Agenten und Automatisierung. Dennoch haben viele AI-Initiativen weiterhin Schwierigkeiten, von kontrollierten Pilotprojekten auf die Unternehmensgröße umzuschalten. Dieses Papier stellt digitale Anthropologie als eine kritische Unternehmenskompetenz im Zeitalter der KI vor. Basierend auf dem Rahmenwerk der Repräsentationseconomie und der SENSE–CORE–DRIVER-Architektur wird argumentiert, dass digitale Anthropologie sowohl die SENSE-Ebene verstärkt, in der Realität maschinenlesbar wird, als auch die DRIVER-Ebene, in der das KI-Argumentieren zu legitimen Handlungen wird. In SENSE hilft digitale Anthropologie Organisationen, stillschweigendes Wissen, informelle Arbeitsabläufe, kontextuelle Entscheidungsfindung und operative Realität zu erfassen, die oft in formalen Prozessdokumentationen unsichtbar bleiben. In DRIVER hilft es Organisationen, sich entwickelnde Muster der Mensch-KI-Interaktion, Genehmigungsverhalten, Verantwortung, Vertrauensbildung, Automatisierungszufriedenheit und die Effektivität des Menschen im Prozess zu verstehen. Das Papier führt die Konzepte der Enterprise AI Reality Gap, der Human-in-the-Loop Illusion und der synergetischen Arbeitskräfte ein und schlägt ein Digital Anthropology Operating Model für Unternehmens-AI-Umgebungen vor. Es wird argumentiert, dass, während KI-Systeme von Empfehlungssystemen zu zunehmend autonomen und agentischen Systemen übergehen, das Verständnis der menschlichen Realität zu einer grundlegenden Fähigkeit für den Aufbau vertrauenswürdiger, legitimer und effektiver Unternehmens-AI-Systeme wird.
RAKTIM SINGH (Sat,) hat diese Frage untersucht.