Diese Dissertation untersucht die sich zunehmend intensivierende Nutzung der Erdorbits, mit besonderem Fokus auf den niedrigen Erdorbit (Low Earth Orbit, LEO), in dem die Zahl der Satelliteneinsätze infolge der Verbreitung großer Satellitenkonstellationen exponentiell angestiegen ist. In Verbindung mit bereits bestehendem Weltraummüll und der inhärent begrenzten Kapazität des orbitalen Raums, setzt dieses Wachstum den LEO zunehmend unter Druck und erhöht das Risiko von Überlastung, Kollisionskaskaden sowie einer potenziellen Unzugänglichkeit des Weltraums. Vor diesem Hintergrund aus analysiert die Dissertation das in Artikel I des Weltraumvertrags verankerte Freiheitsprinzip sowie die Grenzen seiner Ausübung im orbitalen Raum. Darüber hinaus untersucht sie die Rolle des Regimes der Internationalen Fernmeldeunion (International Telecommunication Union) sowie relevante Grundsätze des internationalen Umweltrechts. Dabei werden die strukturellen, rechtlichen und ökonomischen Faktoren, die zur Übernutzung des LEO beitragen. Infolgedessen werden interdisziplinäre Ansätze der Law and Economics, ergänzt durch kritische Perspektiven, herangezogen, um neue analytische Zugänge zur Nachhaltigkeit der orbitalen Umwelt, insbesondere des LEO, zu entwickeln. Die Dissertation vertritt die These, dass eine nachhaltige Governance des orbitalen Raums einen Paradigmenwechsel hin zu einer vorsorgeorientierten, grenzbasierten Regulierung erfordert, die auf ökologischen Grenzen, Gerechtigkeit und langfristiger Systemintegrität beruht, und entwickelt de lege ferenda Vorschläge zur Operationalisierung eines solchen Ansatzes im internationalen Weltraumrecht und der Weltraumgovernance.
Annie Jennifer Kazarjan (Wed,) studied this question.