Hintergrund. Die Jugend ist eine kritische Phase, die durch biologische, kognitive und existentielle Transformationen gekennzeichnet ist, im Zentrum der die Identitätskrise steht. Während konventionelle psychologische Ansätze oft individuelle, familiäre und soziale Faktoren betonen, bleibt die tiefgreifende Rolle der Spiritualität als interne Ressource für die Sinngebung und Identitätsbildung unzureichend erforscht. Dieser Artikel zielt darauf ab, die Rolle der Spiritualität in der Identitätsentwicklung von Jugendlichen neu zu formulieren – nicht nur als unterstützenden oder stressreduzierenden Faktor, sondern als grundlegendes Substrat zur Organisation von Identitätserfahrungen und zur Umwandlung von Identitätsverwirrung in eine Gelegenheit für inneres Wachstum. Ergebnisse: Spiritualität bietet einen inneren Kompass, der in den angeborenen menschlichen Neigungen nach Sinn, Güte und Perfektion verwurzelt ist. Während der Adoleszenz wird diese innere Führung aktiver. Die Anerkennung von Spiritualität als eine "Sinnstrukturierungs"-Kraft, anstatt nur als ein "Schadensreduzierungs"-Werkzeug kann Jugendlichen helfen, Identitätskrisen als natürliche und bedeutungsvolle Teile ihrer Entwicklung zu erleben. Diese Perspektive hat erhebliche Implikationen für Interventionen im Psychischen Gesundheitsbereich, Bildungssysteme und Gesundheitsmodelle und fordert sichere Räume zur Erforschung existenzieller und spiritueller Fragen. Fazit: Es bedarf eines Paradigmenwechsels in den Gesundheitsmodellen für Jugendliche – die Spiritualität als Kernkomponente der Identitätsentwicklung zu integrieren und nicht nur als Nebensächlichkeitsvariable. Die Anerkennung der spirituellen Suche von Jugendlichen kann die psychologische Validierung, Selbstwirksamkeit und transformative Wachstum fördern.
Vahideh Ebrahimzadeh Attari (2025) hat diese Frage untersucht.