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HINTERGRUND: Die natürliche Geschichte der Tuberkulose (TB) ist nach wie vor schlecht charakterisiert, und neue Untersuchungen sind unmöglich, da es unethisch wäre, TB-Patienten ohne Behandlung zu verfolgen. METHODEN: Wir betrachteten die Berichte aus einer früheren systematischen Übersicht über Studien aus der Prä-Chemotherapie-Ära und extrahierten detaillierte Daten zur Sterblichkeit im Zeitverlauf. Wir verwendeten einen bayesianischen Rahmen, um die Raten der TB-induzierten Sterblichkeit und der Selbstheilung zu schätzen. Ein hierarchisches Modell wurde eingesetzt, um Schätzungen nach Kohorte variieren zu lassen. Die Inferenz erfolgte separat für smear-positive TB (SP-TB) und smear-negative TB (SN-TB). ERGEBNISSE: Wir schlossen 41 Kohorten von SP-TB-Patienten und 19 Kohorten von pulmonalen SN-TB-Patienten in die Analyse ein. Die medianen Schätzungen der TB-spezifischen Sterblichkeitsraten betrugen 0,389 Jahr-1 (95% glaubwürdiges Intervall CrI, .335-.449) und 0,025 Jahr-1 (95% CrI, .017-.035) für SP-TB- bzw. SN-TB-Patienten. Die Schätzungen für die Selbstheilungsraten betrugen 0,231 Jahr-1 (95% CrI, .177-.288) und 0,130 Jahr-1 (95% CrI, .073-.209) für SP-TB- bzw. SN-TB-Patienten. Diese Raten entsprechen durchschnittlichen Dauer der unbehandelten TB von 1,57 Jahren (95% CrI, 1,37-1,81) und 5,35 Jahren (95% CrI, 3,42-8,23) für SP-TB und SN-TB, wenn man eine nicht-TB-bezogene Sterblichkeitsrate von 0,014 Jahr-1 (d.h. eine Lebenserwartung von 70 Jahren) annimmt. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die TB-spezifischen Sterblichkeitsraten sind bei SP-TB etwa 15-mal höher als bei SN-TB-Patienten. Dieser Unterschied wurde in früheren TB-Modellierungsstudien dramatisch unterschätzt, was Bedenken hinsichtlich der Genauigkeit der damit verbundenen Vorhersagen aufwirft. Trotz geringerer Infektiosität könnte SN-TB aufgrund seiner viel längeren Dauer für gleich hohe Zahlen sekundärer Infektionen verantwortlich sein wie SP-TB.
Ragonnet et al. (Tue,) haben diese Frage untersucht.
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