Da künstliche Intelligenz (KI) zunehmend als politische Infrastruktur und Entscheidungstechnologie verstanden wird, die das Potenzial hat, Institutionen neu zu gestalten und Machtverhältnisse umzukonfigurieren, spielt die Medienberichterstattung eine Schlüsselrolle bei der Formung des öffentlichen Verständnisses ihrer Risiken und Chancen. Diese Studie untersucht, wie Mainstream-Medien im globalen Norden und Süden KI politisch rahmen und betont die Implikationen für digitale Governance und öffentliche Meinung. Aufbauend auf früheren Arbeiten, die die KI-Berichterstattung analysieren, aber ihre politischen und emotionalen Dimensionen unzureichend erkunden, präsentiert die Forschung eine vergleichende Analyse von 6.829 Nachrichtenartikeln (2010–2024) aus zwölf Zeitungen aus Europa, Nordamerika, Afrika und Asien und Ozeanien, wobei Topic Modeling und Sentiment-Analyse kombiniert werden. Die Ergebnisse zeigen drei zeitliche Phasen: eine aufkommende Phase (2010–2016), Politikasierung durch Krisen (2017–2021) und exponentielle Beschleunigung (2022–2024), mit markanten Wendepunkten nach dem Cambridge Analytica-Skandal (2018) und dem Start von ChatGPT (2022). Fünfzehn thematische Rahmenbedingungen traten auf, dominiert von Auswirkungen sozialer Medien und Technologie (16,03 Prozent), Technologie und digitaler Wirtschaft (12,54 Prozent) sowie China-USA-Beziehungen und Handel (11,41 Prozent). Die Medien im Norden zeigen höhere pessimistische Berichterstattung, wobei 41,7 Prozent der Schlagzeilen als negativ eingestuft werden. Im Gegensatz dazu drücken die Medien im Süden einen optimistischeren Ton aus, wobei 51,5 Prozent der Schlagzeilen positiv sind. Die Studie demonstriert, dass Mediennarrative über KI von geopolitischen Konflikten, unterschiedlichen Risikowahrnehmungen und Asymmetrien in der technologischen Macht geprägt sind, und betont die Notwendigkeit fairer, transparenter und ethischer KI-Regulierungen.
Bárbara Maria Farias Mota (Fri,) hat diese Frage untersucht.