Dieser Artikel untersucht die ontologische und dialektische Transformation der Darstellung von Frauen in der westlichen Theatergeschichte von der Antike bis zu den digitalen und intersektionalen Performances des 21. Jahrhunderts. Frauenidentitäten, die in den öffentlichen Raum des antiken griechischen und römischen Theaters ausgeschlossen und auf didaktische Indikatoren reduziert wurden, die die sozialen Ängste der patriarchalen Macht spiegeln, wurden zwar zwischen der theologischen Dogmatik des Mittelalters in die dichotome Vorstellung von der sündhaften "Eva" und der reinen "Maria" eingeklemmt, konnten jedoch existenzielle Risse schaffen, die diese Grenzen verletzen. Im Renaissance-Theater führte die Positionierung von "männlichen Kinderdarstellern" und "Cross-Dressing" zur Enthüllung der performativen Natur von Geschlecht und mit dem Aufstieg der Figur der "neuen Frau" im 19. Jahrhundert begann sich die Frau von der passiven Opferrolle patriarchalischer Erzählungen zu einer radikalen politischen Akteurin zu entwickeln, die ihr Schicksal selbst bestimmt. Diese Widerstands-Ästhetik hat im 20. Jahrhundert, beeinflusst durch den materialistischen Feminismus, die Black Arts Movement und die queere Theorie, eine intersektionale Form angenommen, die über rein geschlechtliche Perspektiven hinausgeht. Im 21. Jahrhundert hat sich das Theater durch cyber-feministische Ästhetiken, post-szenische Ansätze und dekoloniale Narrative zu einem interdisziplinären theoretischen Labor entwickelt, in dem der "männliche Blick" vollständig dekonstruiert wird. Zusammenfassend zeigt diese Studie, dass Theater kein rein ästhetisches Format oder Spiegelbild ist; vielmehr stellt es ein hegemoniales und unvollendetes politisches Kampfgebiet dar, in dem die körperliche, digitale und performative Subjektivität der Frau ständig neu konstruiert wird und Machtverhältnisse sowie Glaspaläste herausgefordert werden.
Nesli Meriç SANİOĞLU (Mon.) hat diese Frage untersucht.