Die vorliegende Masterarbeit analysiert den Gläubigerschutz nach der Richtlinie (EU) 2017/1132 in der durch die Richtlinie (EU) 2019/2121 geänderten Fassung, insbesondere im Kontext gesellschaftsrechtlicher Verschmelzungen. Dabei werden zwei Forschungsfragen behandelt und aus europäischer, österreichischer und bulgarischer gesellschaftsrechtlicher Perspektive vergleichend untersucht. Die erste Forschungsfrage betrifft das Verhältnis zwischen dem allgemeinen gesellschaftsrechtlichen Gläubigerschutzrecht und dem umgründungsrechtlichen Gläubigerschutz. Untersucht wird insbesondere, ob die allgemeinen kapitalerhaltungsrechtlichen Gläubigerschutzbestimmungen neben den besonderen Gläubigerschutzvorschriften des Umgründungsrechts Anwendung finden können. Diese Forschungsfrage wird bejaht, da es grundsätzlich nicht der Wille des Gesetzgebers gewesen sein kann, Gläubiger in derselben wirtschaftlichen Situation unterschiedlichen Risikoniveaus auszusetzen und ihnen ein unterschiedliches Maß an Schutz zu gewähren. Die zweite Forschungsfrage untersucht die rechtlichen Herausforderungen, die entstehen, wenn finanziell angeschlagene Gesellschaften auf finanziell gesunde Gesellschaften verschmolzen werden. Die Arbeit entwickelt hierzu einen nicht abschließenden Katalog möglicher Abhilfemaßnahmen und wirtschaftlicher Rechtfertigungen. Im Wesentlichen zeigt sich, dass derartige Verschmelzungen - obwohl sie nicht per se unzulässig sind - hoch problematisch und in den meisten Fällen rechtswidrig sind, sofern keine plausible wirtschaftliche Rechtfertigung oder geeignete Abhilfemaßnahmen vorliegen.
Darina Vaseva (Mon,) studied this question.