Der Spalt der Lippe, entweder verbunden oder nicht verbunden mit einem Spalt des Gaumens und Spaltgaumen (CLP), stellt häufige Geburtsfehler dar, und die Mechanismen, durch die sie entstehen, sind nicht vollständig klar. Andererseits ist das Wissen über die normalen Mechanismen, die der Lippenentwicklung und der Gaumenbildung zugrunde liegen, noch unvollständig, und daher könnte ein besseres Verständnis und eine Konsolidierung unseres Wissens auf diesem Gebiet helfen, diese Deformitäten zu untersuchen. Die Bildung der Oberlippe und des sekundären Gaumens sind komplexe Prozesse, die die subtile Integration mehrerer biologischer Ereignisse erfordern, deren Störung das Spaltphänotyp verursacht. Tatsächlich implizieren diese Entwicklungsereignisse eine Reihe von morphogenetischen Veränderungen, die koordinierte Zellüberlebens-, Migrations-, Wachstums-, Musterbildungs-, Modulations-, Todes- und Differenzierungsereignisse umfassen. In den letzten Jahren haben genetisch veränderte Tiermodelle und in vitro Gaumenkulturen unser Wissen über die zellulären und molekularen Wege, die der normalen orofazialen Morphogenese und abnormal entwickeltem CLP zugrunde liegen, erheblich erweitert. Tatsächlich sind die meisten morphogenetischen Ereignisse der kraniofazialen Entwicklung unter Wirbeltieren hochgradig konserviert, daher haben Tiermodelle wichtige Einblicke in die Mechanismen geliefert, die in der menschlichen orofazialen Entwicklung stattfinden. Angesichts ihrer Komplexität ist es leicht vorstellbar, dass das Versagen der hochkoordinierten Prozesse, die die Vereinigung von Lippe und Gaumen leiten, verschiedene Formen von Spalten verursacht. Dieser Artikel bietet einen Überblick über die embryologische Entwicklung der Lippe und des sekundären Gaumens sowie über die Mechanismen, die der abweichenden Entwicklung zugrunde liegen, die zu CLP führen, und konzentriert sich auf die zellulären und molekularen Eigenschaften.
Marcello Guarino (Mon,) hat diese Frage untersucht.