Die aufstrebende Geopolitik kritischer Mineralien hängt nicht nur von deren Förderung, sondern auch von ihrer Umwandlung ab. Schmelzwerke, Raffinerien, Magnetfabriken und andere Verarbeitungsanlagen sind neue Orte geopolitischer Konkurrenz und Abhängigkeiten, die Länder verbinden, die sich zunehmend als strategische Rivalen ansehen. Dieser Artikel führt das Konzept der Mittelstrom-Geopolitik ein, um über Vorstellungen von Ressourcen-Geopolitik hinauszugehen, die oft auf Förderstandorte und Versorgungsrouten fokussiert sind, und die unterschiedlichen Narrative, Regularien, Handelsbeziehungen und Technologien zu berücksichtigen, die die Transformation von „kritischen“ Rohstoffen wie Kobalt, Lithium, Seltenen Erden und anderen Mineralien in industriell nutzbare Formen prägen und ermöglichen. Diese Mittelstrom-Kapazitäten sind nun zentral für den Wettbewerb zwischen großen Mächten wie den USA, der EU und China sowie regionalen Akteuren (z.B. Japan, Südkorea, Malaysia), die alle versuchen, Verarbeitungsengpässe in den Versorgungsketten zu sichern, zu kontrollieren oder zu umgehen. Chinas langjährige Investition in die Verarbeitung, die teilweise durch den Rückzug des Westens aus als zu umweltschädlich erachteten Branchen ermöglicht wurde, hat die zeitgenössische strategische Landschaft geprägt. Unser Rahmenwerk identifiziert multidirektionale Einflüsse – zwischen dem Downstream, Midstream und Upstream – die die Mittelstrom-Geopolitik strukturieren und beschreibt neun Politiken, durch die Staaten geopolitische und geoeconomische Macht über industrielle und technologische Fortschritte ausüben. Unsere Analyse unterstreicht die Notwendigkeit, den Mittelstrom zu beachten, und hebt seine wachsende (geo)politische Bedeutung hervor, insbesondere in Bezug auf Strategien des Onshoring, Reshoring und Friendshoring.
Deberdt et al. (Fr,) untersuchten diese Frage.