Key points are not available for this paper at this time.
Freundschaften mit Mitgliedern unserer eigenen Gruppe (Ingroup) und anderen Gruppen (Außengruppen) prägen unsere Einstellungen gegenüber Außengruppen. Forschungen zum intergruppalen Kontakt haben gezeigt, dass die Anzahl an Freunden aus Außengruppen und Ingroup unsere Einstellungen gegenüber Außengruppen beeinflusst, während Forschungen zur Sozialisierung gezeigt haben, dass die Einstellungen, die von unseren Freunden gehalten werden, unsere Einstellungen gegenüber Außengruppen beeinflussen. Frühere Forschungen haben jedoch diese Prozesse isoliert untersucht, was es schwierig macht zu erkennen, ob sowohl das Haben von Freunden als auch die Einstellungen, die von unseren Freunden gehalten werden, wichtig sind, um unsere Einstellungen gegenüber Außengruppen zu formen, und falls ja, welcher Aspekt wichtiger ist. Um diese Effekte zu entwirren, führten wir eine 5-wellige soziale Netzwerkstudie in 2 ethnisch vielfältigen Schulen (N = 1.170 Studierende) durch. Durch die Anwendung eines neuartigen longitudinalen Ko-Evolutionsmodells konnten wir die Effekte von Ingroup- und Außengruppenfreunden (Kontakteeffekte) sowie die Effekte der Einstellungen dieser Freunde (Sozialisierungseffekte) auf die Einstellungen der Individuen gegenüber Außengruppen trennen, während wir die Auswahlprozesse von Freundschaften kontrollierten. Dabei fanden wir heraus, dass es hauptsächlich die Einstellungen von Ingroup-Freunden – nicht die Einstellungen von Außengruppenfreunden oder das bloße Haben von Ingroup- und Außengruppenfreunden – sind, die die Einstellungen der Individuen gegenüber Außengruppen vorhersagen. Unsere Ergebnisse haben wichtige theoretische Implikationen, da wir zeigen, dass die Kombination der unterschiedlichen Ansätze des intergruppalen Kontakts und der Sozialisierung es uns ermöglicht, die Entwicklung von Einstellungen gegenüber Außengruppen besser zu verstehen. Unsere Ergebnisse haben auch praktische Implikationen, da wir zeigen, dass Individuen, selbst in diversen Umfeldern, hauptsächlich auf Freunde aus ihrer eigenen Gruppe zurückgreifen, um ihre Einstellungen gegenüber anderen Gruppen zu informieren. (PsycInfo-Datenbankeintrag (c) 2022 APA, alle Rechte vorbehalten).
Bracegirdle et al. (Montag) untersuchten diese Frage.