Dieser Artikel untersucht, wie Rechtssysteme Spannungen zwischen Umweltstandards und Handelswettbewerb im Zeitalter der Freihandelsabkommen der nächsten Generation koordinieren können. Die Studie wird durch die wachsende Lücke zwischen zunehmend strengen externen grünen Handelsanforderungen, insbesondere in der Europäischen Union (EU), und den fragmentierten nationalen Rechtsarchitekturen von Entwicklungsländern wie Vietnam motiviert (Europäische Kommission, 2019; Europäisches Parlament und Rat, 2023; UNDP Vietnam, 2022). Die bestehende Forschung hat die Wechselwirkungen zwischen Handel und Umwelt entweder als doktrinären Konflikt zwischen Rechtsregimen oder als politische Problematik der nachhaltigen Entwicklung ausführlich behandelt, aber sie hat weniger Aufmerksamkeit auf Koordinationsfehler über Normen, Institutionen und Compliance-Infrastrukturen gelegt. In Reaktion darauf entwickelt dieser Artikel ein Modell der Koordinationsgovernance und wendet es durch ein adaptives Koordinationstransplantat-Rahmenwerk für Entwicklungsländer an. Durch vergleichende rechtliche Analysen der EU und Vietnams, mit besonderem Bezug zum EU-Vietnam-Freihandelsabkommen (EVFTA), stellt der Artikel fest, dass Vietnams Hauptschwäche nicht im Fehlen von Umweltverpflichtungen als solchen liegt, sondern im Mangel an normativer Integration, interministerieller Koordination und Produkt-Compliance-Infrastruktur für kohlenstoffbezogene Handelsverpflichtungen. Der Artikel argumentiert, dass die Relevanz der EU nicht darin liegt, Regeln anzubieten, die mechanisch kopiert werden sollen, sondern darin, ein funktionales Governance-Ökosystem darzustellen, das CO2-Bepreisung, Grenzberichterstattung, Übergangsunterstützung und administrative Koordination kombiniert (Europäische Kommission, 2022, 2023, 2025). Auf dieser Grundlage empfiehlt der Artikel ein sequenziertes Reformpaket für Vietnam, das einen koordinierten Rat unter der Leitung des Premierministers, rechtlich strukturierte grüne öffentliche Beschaffung und phasenweise Verpflichtungen zur Kohlenstoffrückverfolgbarkeit für exportausgesetzte Sektoren umfasst. Der Artikel trägt zur Literatur bei, indem er Spannungen zwischen Handel und Umwelt als Fehler der Koordinationsgovernance umformuliert und ein kapazitäts-sensitives Modell des rechtlichen Transplantats für Entwicklungsländer vorschlägt.
Nguyen et al. (Tue,) untersuchten diese Frage.