Zusammenfassung Dieser Artikel untersucht die sich entwickelnde Rolle des Apollinarismus in der Theologie des Augustinus und argumentiert, dass Augustinus zu seinen Lebzeiten nicht nur seine theologische Bedeutung neu interpretierte, sondern auch sein eigenes Verständnis der ihm zugrunde liegenden Doktrinen überarbeitete. Während seine frühen Schriften den Apollinarismus als Ablehnung der rationalen Seele und der physiologischen Integrität Christi behandeln, stellt er ihn in seinen späteren Arbeiten – insbesondere im Kontext der pelagianischen Kontroversen – als Ablehnung der vorherbestimmten Menschlichkeit und moralischen Willens Christi dar. Dieser Wandel spiegelt die breitere theologische Entwicklung des Augustinus wider, insbesondere seine zunehmende Betonung von Gnade und dem gefallenen Zustand des menschlichen Willens. Durch die Nachverfolgung dieser Transformation bietet der Artikel neue Einblicke in die theologische Funktion des Apollinarismus in der Christologie des Augustinus und hebt das Zusammenspiel zwischen doktrinärer Rezeption, Polemik und der Entfaltung seiner reifen Soteriologie hervor.
Giovanni Hermanin de Reichenfeld (Tue,) untersuchte diese Frage.