Organische Wasserstoffträgermoleküle können auf verschiedenen chemischen Prinzipien basieren. Ein eher konventioneller Ansatz ist die reversible Hydrierung eines aromatischen Rings. Eine neuere Alternative mit vielversprechenden thermodynamischen Eigenschaften ist die Laktonisierung von Diolen. Diese Lactonsysteme können Wasserstoff bei deutlich niedrigeren Temperaturen freisetzen, während gleichzeitig mehr Aufwand für die Wasserstoffaufnahme erforderlich ist. In dieser Arbeit wird die Kombination beider Reaktionsmechanismen innerhalb eines Moleküls aus thermodynamischer Sicht bewertet. Für diese Aufgabe wurden kalorimetrische Messungen durchgeführt und mit quantenchemischen Berechnungen validiert, um Reaktionsenthalpien und Entropien zu bewerten. Diese Daten bilden die Grundlage für eine anschließende Berechnung der Zusammensetzung des Reaktionsgemisches in Abhängigkeit vom Druck. Die Ergebnisse zeigen, dass die Dehydrierung schrittweise erfolgen wird. Die Wasserstofffreisetzung kann unter milden Bedingungen durch Laktonisierung beginnen (bis zu 40 % des insgesamt gespeicherten H2 freisetzend) und nach weiterer Erwärmung des Trägers kann die vollständige Wasserstofffreisetzung über Aromatisierung erfolgen.
Müller et al. (Fri,) haben diese Frage untersucht.