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HINTERGRUND: Der histologische Grad bei Brustkrebs liefert klinisch wichtige prognostische Informationen. Allerdings werden 30%-60% der Tumore als histologischer Grad 2 klassifiziert. Dieser Grad ist mit einem intermediären Rückfallrisiko verbunden und ist somit nicht informativ für klinische Entscheidungsfindung. Wir untersuchten, ob der histologische Grad mit den Genexpressionsprofilen von Brustkrebserkrankungen assoziiert war und ob solche Profile zur Verbesserung der histologischen Einstufung verwendet werden könnten. METHODEN: Wir analysierten Mikrodaten von 189 invasiven Brustkarzinomen und von drei veröffentlichten Genexpressionsdatensätzen aus Brustkarzinomen. Wir identifizierten differentiell exprimierte Gene in einem Trainingsset von 64 Östrogenrezeptor (ER)-positiven Tumormustern, indem wir die Expressionsprofile zwischen histologischen Grad 3-Tumoren und histologischen Grad 1-Tumoren verglichen und verwendeten die Expression dieser Gene, um den Genexpressionsgradindex zu definieren. Daten von 597 unabhängigen Tumoren wurden verwendet, um die Assoziation zwischen rückfallfreier Überlebenszeit und dem Genexpressionsgradindex in einer Kaplan-Meier-Analyse zu bewerten. Alle statistischen Tests waren zweiseitig. ERGEBNISSE: Wir identifizierten 97 Gene in unserem Trainingsset, die mit dem histologischen Grad assoziiert waren; die meisten dieser Gene waren an der Zellzyklusregulation und Proliferation beteiligt. In Validierungsdatensätzen war der Genexpressionsgradindex stark mit dem histologischen Grad 1 und 3 assoziiert; bei histologischen Grad 2-Tumoren spannte der Index jedoch die Werte für histologische Grad 1-3-Tumoren. Bei Patienten mit histologischen Grad 2-Tumoren war ein hoher Genexpressionsgradindex mit einem höheren Rückfallrisiko assoziiert als ein niedriger Genexpressionsgradindex (Hazard Ratio = 3,61, 95% Konfidenzintervall = 2,25 bis 5,78; P < .001, log-rank-Test). SCHLUSSFOLGERUNGEN: Der Genexpressionsgradindex schien Patienten mit histologischen Grad 2-Tumoren in zwei Gruppen mit hohem bzw. niedrigem Rückfallrisiko neu zu klassifizieren. Dieser Ansatz könnte die Genauigkeit der Tumoreinstufung verbessern und somit deren prognostischen Wert erhöhen.
Sotiriou et al. (2006) untersuchten diese Frage.