Diese Masterarbeit untersucht, wie subjektive Integration (SI) die Unterstützung des Herkunftssystems unter chinesischsprachigen Migrant:innen in Österreich beeinflusst. Zu diesem Zweck wurden zehn qualitative Interviews mit fünf Migrant:innen aus Festlandchina und fünf aus Taiwan geführt, um zwei Gruppen mit unterschiedlichen Formen politischer Sozialisation vergleichend zu analysieren. Die Ergebnisse zeigen, dass die Wirkung von SI stark von der Vorerfahrung politischer Sozialisation, der Pluralität und Reflexivität der Mediennutzung sowie vom Alter bei Migration geprägt ist. Gleichzeitig wird deutlich, dass hohe SI nicht automatisch zu einer politischen Annäherung an das Aufnahmeland führt, sondern erst dann politisch wirksam wird, wenn sie interpretative und kognitiv-reflexive Auseinandersetzung einschließt. Die Arbeit verbindet komparative Politikwissenschaft mit identitätsorientierter Diasporaforschung, indem sie aufzeigt, dass politische Orientierung, Zugehörigkeit und Selbstverständnis im Migrationskontext ko-evolvieren. Politische Resozialisierung entsteht dabei aus vergleichenden, reflexiven und moralischen Bewertungsprozessen, in denen Migrant:innen ihr Verständnis von Heimat und politischer Legitimität neu verhandeln. Zugleich zeigt die Studie, dass integrationspolitische Maßnahmen über objektive Standards (wie Sprachzertifikate) hinausgehen sollten und insbesondere kritisches Denken, Medienkompetenz sowie offene, nicht-polarisierte Dialogräume fördern müssen.
Tianzi Zhou (Wed,) studied this question.