Konflikte stellen einen integralen Bestandteil des beruflichen Alltags dar und Individuen variieren erheblich in der Art und Weise, wie sie mit zwischenmenschlichen Disputen umgehen. Emotionale Intelligenz (EI) gilt als zentraler Prädikator für konstruktive Formen der Konfliktbewältigung, jedoch haben die bisherigen empirischen Studien nur ansatzweise betrachtet, wie EI die Beziehung zwischen Verhandlungserfahrung oder Geschlecht und den verschiedenen Konfliktstilen beeinflusst (Hopkins Morrison, 2008; Shih Shih Zhang et al., 2015). Geschlechtsbezogene Unterschiede traten sowohl für Konfliktverhaltensstile als auch für EI auf, besonders zeigte sich, dass Frauen eine stärkere Verbindung mit Emotionalität aufweisen und stärker mit Compromising-, Obliging- oder Integrating-Verhalten verlinket sind, wohingegen Dominating-Verhalten stärker mit Männer assoziiert wird. Die Mediationsanalysen deuteten darauf hin, dass emotionale Intelligenz als Teilfaktor herangezogen werden kann zur Erklärung mehrerer dieser Beziehungen. Verhandlungserfahrung hat eine positive Beziehung mit Selbstkontrolle, Soziabilität und Wohlbefinden und ist positive verbunden mit dem Integrating- und negative mit dem Obliging oder Avoiding-Stil, hierbei übernimmt EI erneut die Rolle des Mediators in mehreren Fällen. Zusammenfassend bestätigen die Befunde die theoretischen Annahmen, welche emotionale Intelligenz als ein sozio-emotionale Vermittlungsinstanz einordnet, für die Beziehung zwischen erfahrungsbezogenen und demographischen Aspekten und den unterschiedlichen Konfliktverhaltensarten. Diese Studie hebt die zentrale Rolle von emotionaler Intelligenz für effektive Konfliktbewältigung hervor und macht auf die praxisrelevanten Konsequenzen für Verhandlungsschulungen, Führungskräfteentwicklungsprogramme oder HR- bezogene Intervention aufmerksam.
Eileen Brüggler (Wed,) studied this question.