Karstsysteme bilden die Grundlage der Trinkwasserversorgung für große Teile der Bevölkerung sowohl in Österreich als auch weltweit. Im Kontext der Klimakrise und der damit einhergehenden Veränderungen im Wasserkreislauf ist es umso wichtiger, Karstwassersysteme sowie die darin vorgehenden Prozesse zu verstehen, um eine nachhaltige und langfristige Trinkwasserversorgung zu garantieren. Eine der größten Herausforderungen dabei ist die hohe Heterogenität und sogenannte dual oder triple Porosität in den vulnerablen Karstsystemen. Besonders die oberflächennahen Meter des Karsts, der sogenannte Epikarst spielt eine wichtige Rolle bei der Infiltration, Filtration und Speicherung von Wasser und hält dabei noch einige ungeklarte Fragen offen. Das Hochschwabmassiv im Norden der Steiermark bildet eine wichtige Quelle für die Versorgung von Wien mit Trinkwasser, das über die sogenannten "Wiener Hochquellleitungen" in die Hauptstadt fließt. Das Untersuchungsgebiet dieser Arbeit liegt um den Eingang der HGH-Höhle auf einer Seehöhe von 1895 m im Bereich des Hochschwab Plateaus. Die Höhle ist eine der wenigen phreatischen Höhlen am Hochschwab und wird seit mehr als zehn Jahren mit Fokus auf das Verhalten des Wassers im Karstsystem des Gebirges ausgiebig erforscht. Diese Studie soll geologische Strukturen und Wasserwege im oberflächennahen Untergrund kartieren. Dazu wurden zwei nicht invasive geophysikalische Messmethoden verwendet. Zunächst wurde im Juni 2024 mit dem EMI (Electro-Magnetic Induction with low induction number) versucht einen Überblick über die Variationen geophysikalischer Parameter im Untergrund zu erlangen. Diese Methode stellte sich allerdings als nicht passend heraus. Im Mai 2025 wurden die zweiten Messungen mit dem ERT (Electrical Resistivity Tomography) durchgeführt. Diese Messungen entlang von 13 Profilen lieferten Daten von hoher Qualität und wurden genutzt, um ein 3D-Modell des spezifischen Widerstands im Untergrund anzufertigen. Mit Hilfe des Models wurden unterirdische Anomalien im spezifischen Widerstand kartographiert und interpretiert sowohl als Unterschiede in Porosität und Wassersättigung als auch als geologische Strukturen. Außerdem war es möglich, Wasserwege zu verfolgen, über die das Wasser ins Karstsystem eindringen kann, den Epikarst durchfließen und in tiefere Zonen des Karsts eindringen kann. Wie erwartet, gestalten sich die geophysikalischen Einschaften unter der Bodenbedeckung als sehr heterogen.
Lina Rummler (Thu,) studied this question.