Zusammenfassung Hintergrund und Zielsetzung Trotz verfügbarer Leitlinien und effektiver Eskalationstherapien wird die chronisch spontane Urtikaria (CSU) in Deutschland häufig unzureichend behandelt. Implementation Science kann helfen, evidenzbasierte Versorgung in die Praxis zu überführen. Ziel dieser Arbeit ist die Analyse praktischer Herausforderungen, die Entwicklung von Interventionsstrategien und deren Simulation hinsichtlich potenzieller Auswirkungen auf die Krankheitsverläufe der Patienten. Methodik Ein mehrstufiger Ansatz mit Literaturrecherche, Marktforschung, Experteninterviews und Fokusgruppen mit medizinischem Fachpersonal ermöglichte eine umfassende Kontextanalyse. Darauf basierend wurden Interventionsstrategien entwickelt und mittels eines Patient‐Journey ‐Modells simuliert. Schwerpunkte waren ein edukatives Programm und telemedizinisches Monitoring. Ergebnisse CSU‐Management wird durch verzögerte Diagnosestellung und unzureichende Nutzung verfügbarer Therapien erschwert. Barrieren sind mangelnde Kenntnis diagnostischer Instrumente, fehlende Überweisungsstandards sowie strukturelle Hindernisse bei der Nutzung patientenberichteter Verläufe. Zwei Strategien wurden vorgeschlagen: ein Schulungsprogramm zur Verbesserung von Diagnostik und Therapie sowie Telemedizin zur Optimierung des Monitorings. Simulationen zeigen, dass edukative Maßnahmen Diagnose‐ und Therapieraten steigern und digitale Ansätze Wartezeiten reduzieren könnten. Schlussfolgerung Die Studie identifiziert systematisch Barrieren in der CSU‐Versorgung und zeigt mittels Patient‐Journey ‐Ansatz potenzielle Effekte gezielter Implementierungsstrategien auf. Besonders edukative Maßnahmen könnten die Versorgung signifikant verbessern.
Kiedrowski et al. (Sun,) studied this question.