Frauen stehen seit langem an der Spitze von aktivistischen Bewegungen für Umweltgerechtigkeit – eine Tatsache, die sich auch in ihrer zunehmenden Präsenz in modernen Medienformaten widerspiegelt. Wie solche Frauen dargestellt werden, bleibt jedoch offener. Im Rahmen dieser Masterarbeit wird deshalb die Repräsentation von Frauen im Umweltgereichtkeitsaktivismus anhand von Dokumentarfilmen als ein ausgewähltes Medienformat untersucht. In einem vergleichenden Ansatz zwischen Filmanalyse und dem Zuzug aktueller Literatur untersucht die Studie, was zur Gestaltung der Repräsentation von Aktivistinnen beiträgt, und beachtet hierbei auch Machtdynamiken und intersektionale Identitäten, die diesen Darstellungen zugrunde liegen. Letztendlich zeigt sich, dass Dokumentarfilme hegemoniale, patriarchalische und kapitalistische Strukturen gleichzeitig reproduzieren und ins Wanken bringen. Während viele Filme Frauen marginalisieren, sie narrativ ausblenden oder sie auf Care- und Community-Arbeit und Rollen rundum ihre Beziehungen zu Mitmenschen beschränken, werden weibliche Aktivistinnen auch als strategische, konfrontative politische Akteurinnen dargestellt, deren Widerstand geschlechterspezifische Erwartungen und Umweltungerechtigkeiten destabilisiert. Diese Thesis argumentiert, dass ökofeministische und umweltgerechtigkeitsbezogene Veränderungen von intersektionalen, lokal verankerten und vielfältigen Darstellungen weiblicher Aktivistinnen in den Medien abhängen. Die narrative Zentralität, die Mobilität oder Lokalität des filmischen und narrativen Blicks und der Grad der geografischen Abstraktion bestimmen, ob und welche Frauen erscheinen, wie intersektionale Identitäten konstruiert werden und wessen Erfahrungen lesbar gemacht werden. Zwar zeigten sich klare Muster in der Darstellung von Frauen, doch erwiesen sich diese auch als multidimensional, eklektisch und niemals gegenseitig ausschließend, lediglich kontrastiert durch die Marginalisierung oder völlige Abwesenheit weiblicher Aktivistinnen in Filmnarrativen. Diese Forschung möchte einen Beitrag zu Diskussionen über die Darstellung der Geschlechter, die Sichtbarkeit von Aktivisten und die Rolle des dokumentarischen Erzählens bei der Konstruktion geschlechtsspezifischer Narrative der Umweltgerechtigkeit leisten.
Katharina Göricke (Thu,) studied this question.