Transit-Oriented Development (TOD) bezeichnet ein Planungskonzept, das kompakte, dichte und nutzungsdurchmischte Siedlungsstrukturen im Umfeld von Stationen des öffentlichen Verkehrs unterstützt. Mit dem Grand-Paris-Gesetz von 2010 führte der französische Gesetzgeber ein neues Planungsinstrument ein: die Contrats de développement territorial (CDT), die eine bessere Abstimmung zwischen Stadtentwicklung und dem Bau des Grand Paris Express (GPE) ermöglichen sollten.Methodisch stützt sich diese Arbeit auf eine quantitative Inhaltsanalyse, um zu untersuchen, in welchem Ausmaß TOD-Prinzipien und damit verbundene Themen in den CDTs aufgegriffen werden. Darüber hinaus wird die Rolle der CDTs im Governance-System der Pariser Metropolregion analysiert. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Präsenz von TOD-Prinzipien in den Verträgen. In der Planungspraxis haben die CDTs jedoch inzwischen weitgehend an Bedeutung verloren, obwohl sie über beträchtliche rechtliche Durchsetzungskraft verfügen. Ihr praktischer Einfluss auf die Stadtentwicklung im Umfeld der GPE-Stationen blieb insgesamt jedoch begrenzt. CDTs trugen vor allem dazu bei, Planungsdiskurse rund um den GPE zu bündeln und zu strukturieren und förderten damit Prozesse der Metropolisierung innerhalb eines ansonsten stark fragmentierten Governance-Kontextes. Abschließend zeigen Ergebnisse der Arbeit, dass CDTs insbesondere dafür geeignet waren, TOD über den unmittelbaren Stationsbereich hinaus planerisch zu berücksichtigen. Diese intermediäre Planungsebene wird durch das aktuelle Planungsinstrumentarium nicht mehr in vergleichbarer Weise abgedeckt.
Paul Huber (Wed,) studied this question.
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