Die Gattung Clematis (Ranunculaceae) ist weltweit verbreitet, und ihre auffälligen Blüten lassen auf eine tierische Bestäubung schließen. Vier Clematis-Arten sind in Österreich heimisch und repräsentieren die drei für diese Gattung typischen Blütentypen. C. vitalba und C. recta, mit ihren kleineren, weißen Blüten gehören zum „schalenförmigen“ Blütentyp, während C. alpina den „glockenförmigen“ und C. integrifolia den „röhrenförmigen“ Typ repräsentiert. Die beiden letztgenannten Arten besitzen größere, blau-violette Blüten. Obwohl es derzeit nur wenige Studien zur Bestäubungsbiologie von Clematis gibt, kann angenommen werden, dass die morphologisch unterschiedlichen Blüten einem generalistischen- (offene, schalenförmige Blüten) oder einem spezialisierten (glockenförmige/röhrenförmige Blüten) Bestäubungssyndrom zugeordnet werden können. Die Bestäubungsbiologie der vier in Österreich vorkommenden Arten wurde in drei Gebieten in Niederösterreich und der Steiermark untersucht, wobei die weit verbreitete C. vitalba an jedem der drei Standorte parallel zu einer der anderen dort vorkommenden Arten untersucht wurde. Um Unterschiede in Morphologie und Blütenmerkmalen aufzuzeigen, wurden die Blüten vermessen und Merkmale wie Duft und Farbe dokumentiert. Die Belohnungen (Pollen/Nektar), sowie die Möglichkeit der Selbstbestäubung wurden untersucht. Darüber hinaus wurden Bestäuber und Besucher quantitativ erfasst und (zumindest grob) Gruppen zugeordnet, um festzustellen, ob die Arten mit verschiedenen Bestäubungssyndromen assoziiert werden können. Die Einteilung der vier Arten in generalistische und stärker spezialisierte Syndrome konnte bestätigt werden. C. vitalba und C. recta mit generalistischem Charakter wurden von einer Vielzahl verschiedener Bestäuber aus den Ordnungen Diptera, Coleoptera, Hymenoptera und Lepidoptera besucht. Auf C. alpina wurde jedoch nur die Gattung Bombus (Hymenoptera) beobachtet. C. integrifolia wurde ebenfalls hauptsächlich von größeren Hautflüglern besucht, was eine Klassifizierung als stärker spezialisiertes Syndrom erlaubt, obwohl eine Bestäubung durch Fliegen und Käfer am Ende der Anthese bei C. integrifolia ebenfalls möglich sein könnte. Alle Blüten deuten auf Selbstbestäubung am Ende der Blütezeit hin, wobei Pollen und Nektar als Belohnung angeboten werden. Nur bei C. recta konnte kein Nektar gefunden werden, obwohl Besuche verschiedener Schmetterlinge auf das Vorhandensein von Nektar auch dort schließen lassen. Verschiedene Nachtfalter wurden zudem nachts als Bestäuber an C. vitalba beobachtet. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um die effektiven Bestäuber der österreichischen Clematis zu ermitteln, sowie Untersuchungen zum Fortpflanzungssystem (Selbstbestäubung) und präzisere Analysen der Blütendüfte, welche das Bild der Bestäubungsbiologie der österreichischen Clematis Arten weiter verfeinern würden.
Paula Huber (Thu,) studied this question.
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