Hintergrund: Plattformen für Kurzvideoformate (SFV) wie TikTok, Instagram Reels und YouTube Shorts dominieren die digitale Interaktion, insbesondere unter der Generation Z. Ihr schnelles, algorithmusgesteuertes und emotional aufgeladenes Design wirft einzigartige Bedenken hinsichtlich potenzieller Auswirkungen auf kognitive Funktionen und psychische Gesundheit auf. Trotz wachsender öffentlicher Diskussion bleibt die Evidenz fragmentiert. Methoden: Wir führten eine systematische Übersichtsarbeit gemäß den PRISMA- und Cochrane-Richtlinien durch. Acht Datenbanken (2014-2024) wurden durchsucht, darunter PsycINFO, PubMed, Scopus und CINAHL. Berechtigte Studien untersuchten die Auswirkungen der Nutzung von SFV auf kognitive Mechanismen (z. B. Aufmerksamkeit, exekutive Funktion, Gedächtnis, emotionale Regulierung) und psychische Gesundheitsresultate bei Erwachsenen im Alter von 18-29 Jahren. Das Risiko von Verzerrungen wurde mithilfe der Joanna Briggs Institute-Checkliste bewertet, und die Ergebnisse wurden narrativ synthetisiert. Ergebnisse: Von 519.101 anfänglichen Datensätzen erfüllten 17 Studien die Einschlusskriterien. Die häufige Nutzung von SFV war durchweg mit Aufmerksamkeitsstörungen, reduziertem exekutiven Funktionieren und emotionaler Dysregulation assoziiert. Mehrere Studien berichteten über erhöhte Angst und kompulsive Nutzung, obwohl die Ergebnisse heterogen waren. Die Selbstregulationsfähigkeit erwies sich als potenzieller Moderator. Allerdings war die Evidenz eingeschränkt durch die Abhängigkeit von Querschnittserhebungen, Selbstberichten und inkonsistenter Operationalisierung kognitiver Ergebnisse. Schlussfolgerung: Die Nutzung von SFV könnte die kognitive Kontrolle und emotionale Regulierung bei der Generation Z negativ beeinflussen und das Risiko für Angst und kompulsives Verhalten erhöhen. Angesichts der methodologischen Einschränkungen in der aktuellen Literatur sind dringend weitere longitudinale und experimentelle Studien erforderlich. Eine qualitative Follow-up-Studie wird die Erfahrungen der Nutzer untersuchen und die Entwicklung eines maßgeschneiderten Bewertungsinstrumentes informieren. Diese Ergebnisse haben Implikationen für die digitale Psychiatrie, die öffentliche Gesundheitsberatung und die Interventionen in der jungen Erwachsenenbevölkerung. Schlüsselwörter: Kurzvideoformat, Aufmerksamkeit, exekutive Funktion, psychische Gesundheit, Generation Z, systematische Übersichtsarbeit
arouch et al. (Thu,) untersuchten diese Frage.