Zusammenfassung 1. Hintergrund Die Erfassung des Zwerchfellnervs ist eine bekannte Komplikation der Herzschrittmacher-Implantation. Im Gegensatz dazu wurde eine Vagusnerv-Stimulation, die zu Apnoe führt, bisher nicht beschrieben. Wir berichten über einen einzigartigen Fall von schrittmacherinduzierter Apnoe, wahrscheinlich aufgrund der Stimulation vagaler Afferenzen während der atrialen Elektrodenaufnahme. 2. Fallzusammenfassung Ein 65-jähriger Mann wurde nach einer C3-C4 Rückenmarksverletzung, die zu Tetraplegie führte, aufgenommen. Der Patient entwickelte einen kompletten Herzblock dritten Grades gefolgt von asystolischem Herzstillstand, kompliziert durch ventrikuläre Tachykardie während der kardiopulmonalen Wiederbelebung. Nach der Wiederherstellung des spontanen Blutkreislaufs wurde ohne Komplikationen ein temporärer einkammeriger Herzschrittmacher (PM) mit einem Schraubenelektroden eingelegt. Die transthorakale Echokardiographie zeigte eine linksventrikuläre Dysfunktion. Die Ätiologie der initialen Synkope blieb unerklärt (eine primäre Arrhythmie konnte nicht ausgeschlossen werden), und ein permanenter dual-chamber Defibrillator wurde implantiert. Die rechte Ventrikulelektrode wurde an der Spitze und die rechte Vorhofelektrode am rechten Vorhofohr platziert. Während der intraoperativen atrialen Elektrodenprüfung zeigte der Patient einen plötzlichen Abfall der Atemfrequenz gefolgt von Apnoe. Dieses Ereignis wurde reproduzierbar durch atriale Stimulation ausgelöst. Eine Verlagerung der atrialen Elektroden an die laterale Wand des rechten Vorhofs behob die Apnoe, die nicht erneut auftrat. 3. Diskussion Dieser Fall beschreibt die Implantation eines dual-chamber Defibrillators bei einem Patienten mit zervikaler Rückenmarkstrauma, der eine plötzliche Apnoe entwickelte, die mit der atrialen Stimulation assoziiert war. Dies könnte unbeabsichtigt den Vagusnerv stimuliert haben, was ein hemmendes Signal an den Hirnstamm sendete und zu einem plötzlichen Abfall der Atemfrequenz führte. Obwohl selten, sollte dieses Phänomen bei der Implantation von Schrittmachersystemen bei Patienten mit hohen zervikalen Verletzungen berücksichtigt werden.
Kaufmann et al. (Tue,) untersuchten diese Frage.