Urbane Räume können als historisch gewachsene, interessengeleitete und baulich manifestierte Ensembles verstanden werden, die diverse Funktionen erfüllen und unterschiedlichen Zwecken dienen, wobei die komplexe Bereitstellung von guten Lebensbedingungen als erstrebenswert angesehen werden kann (Alberti 1452). Jedoch unterliegen urbane Räume auch dynamisch verwertungsorientierten Transformationsprozessen (u. a. Gentrifizierung, Holm et al. 2013). Im Anthropozän (Crutzen 2019), welches den Menschen als Hauptaggressor von u. a. Ressourcenknappheit und Artensterben manifestiert, wird auch das Stadtleben zum Wohle aller vakant.Der vorliegende Beitrag befragt demnach Einflüsse zukunftsorientierten Denkens mittels hochimmersiver digitaler Medientechnologien. Innerhalb eines künstlerisch-forschenden Projekts werden zukunftsweisende Potenziale innerhalb urbaner Räume ausgelotet. Studierende identifizieren zunächst Problemlagen, verhandeln gemeinschaftlich aus inklusiver Perspektive Interessenschwerpunkte und entwerfen mithilfe von XR-Technologien künstlerisch-ästhetische Utopien. Dabei stellen sich u. a. folgende Fragen: Inwiefern können Bewohner:innen von Städten ihrer Verantwortung gerecht werden und nachhaltig ein neues Verständnis von Natur- und Umweltpolitik implementieren? Was braucht ein gemeinschafts- und zukunftsorientiertes Zusammenleben? Begreift man digitale Technologien als produktive Werkzeuge, stellt sich ausserdem die Frage nach deren Anwendbarkeit und Einsatzbereitschaft im Kunstunterricht.Die technischen Erfahrungen und künstlerischen Utopien der Studierenden werden anschliessend kritisch-reflexiv für den Kunstunterricht transformiert. Neben klassisch-künstlerischen Materialien und Werkzeugen wird im Projekt mit der Applikation Luma 3D Capture gearbeitet, während darüber hinaus künstlerisch-gestalterische sowie Bildungspotenziale der Applikation kritisch beleuchtet werden.
Brönnecke et al. (Fri,) studied this question.