Diese Masterarbeit untersucht, wie die Line of Control (LoC) und die Line of Actual Control (LAC) als umstrittene Demarkationen Indiens Machtverhältnisse und geopolitische Entscheidungen in Jammu und Kashmir sowie Ladakh prägen. Ausgehend von Nachwirkungen der Indo-Pakistanischen Teilung und kolonialen Kartographien und unter Einbezug wiederkehrender Grenzkrisen sowie jüngerer institutioneller Neuordnungen fragt diese Masterarbeit, wie Grenzlinien zu Instrumenten räumlicher Ordnung, Legitimation und Steuerung werden und welche Folgen dies für die regionale Stabilität hat. Methodisch basiert sie auf einer qualitativen, dokumentbasierten strategischen Diskursanalyse mit theoriegeleiteter Kodierung; Postkoloniale Theorie, Foucaults Macht/Wissen und Kritische Geopolitik bilden den Rahmen, Raumtheorie fungiert als Brücke. Die Analyse zeigt, dass Grenzpraktiken politische Räume diskursiv herstellen und über Sicherheits- und Entwicklungsnarrative normalisieren; dass Autorität über historische Erzählungen und verfassungs-administrative Routinen bestätigt und alternative Stimmen strukturell begrenzt werden; und dass Krisenepisoden die LoC/LAC symbolisch aufladen und innen- mit außenpolitischen Haltungen verketten. Die Arbeit versteht sich als begrenzte, theorieinformierte Annäherung, die Diskurs/Macht/Raum zusammenführt und eine strukturierte Einordnung indischer Strategien im Kontext Pakistan/China ermöglicht.
Dario Jäger (Wed,) studied this question.