Die Sichtbarkeit – und Unsichtbarkeit – religiöser Bewegungen ist in verschiedenen Forschungsfeldern ein wichtiges Thema, wurde jedoch in Studien zur wechselseitigen Formation von Religion und Urbanität nicht systematisch betrachtet. Dieser Artikel untersucht, wie neue religiöse Gruppen in Europa, Süd- und Südostasien in Städten sichtbar oder unsichtbar werden. Er vereint soziologische, historische und kulturelle Studienperspektiven. Fallstudien – die von der Antike bis in die Gegenwart reichen – erlauben allgemeine Beobachtungen über die Aneignungsweisen städtischen Raums, über Sichtbarkeit als Voraussetzung sozialer Interaktion und der Wahrnehmung von Differenz, über Strategien zum Zeigen oder Verbergen religiöser Denkweisen und über die politischen Bedingungen religiöser Veränderung. Diese Beobachtungen bestätigen theoretische Konzepte zur Wechselseitigkeit von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit sowie den Charakter von Sichtbarkeit/Unsichtbarkeit als relationales Phänomen. Insbesondere zeigen die Beobachtungen zu verschiedenen Fällen, dass Sichtbarkeit/Unsichtbarkeit im Allgemeinen von vielfältigen Faktoren abhängt: in erster Linie von den individuellen Interessen religiöser Gruppen, sichtbar zu werden, zusätzlich zu den politischen Umständen und sogar der spezifischen Stadtlandschaft. Gleichzeitig betonen diese Fallstudien, dass Sichtbarkeit auf viele Arten vermittelt werden kann, dass sie nicht notwendigerweise permanent ist und dass sie schnell zunehmen oder abnehmen kann.
Chaudhuri et al. (Die,) untersuchten diese Frage.