Österreich verzeichnet im Verhältnis zu seiner kleinen Bevölkerungszahl jedes Jahr eine hohe Zahl weiblicher Mordopfer. Der Begriff ‚Femizid‘ ist jedoch weder definiert noch Gegenstand statistischer Erhebungen der Regierung. In meiner Forschung untersuche ich mehrere Projekte, die sich dafür einsetzen dies zu ändern. Ich wollte verstehen, wie sich die Art und Weise der Datenerhebung auf die endgültige Zahl und auf das vorhandene Wissen über Femizide auswirkt. Ein Teil meiner Analyse befasst sich damit, wie der Begriff definiert wird und welche Einschränkungen die Zählpraktiken haben. Auf der Grundlage von Science and Technology Studies sowie Critical Data Studies zeige ich sowohl Probleme als auch Chancen dieser Daten auf. Die Analyse basiert auf Interviews, die ich mit Personen aus aktivistischen und offiziellen Femizid-Beobachtungsstellen in Österreich und Spanien geführt habe. Meine Ergebnisse zeigen, dass die Arbeit von Beobachtungsstellen weitaus komplizierter ist, als man sich das einfache Zählen oft vorstellt. Die Definition und Klassifizierung sozialer Phänomene sind sehr komplex, und begrenzte Ressourcen oder der eingeschränkte Zugang zu Informationen verstärken dies nur. Außerdem analysiere ich, wie Quantifizierung für die Zwecke dieses Themas der sozialen Gerechtigkeit genutzt wird. Gleichzeitig bleibe ich aber kritisch gegenüber der Frage, ob mehr Daten und Informationen wirklich das dringendste zu lösende Problem sind.
Lea Wölfl (2026) studied this question.