Hochstämmige Apfelbäume könnten in Deutschland und benachbarten Ländern unverzichtbarer Teil einer klimaresilienten, Ernährung sichernden Landschaft werden, in der sie in traditionellen und modernen Agroforstsystemen wüchsen. Starkes Wachstum und Hochstämmigkeit werden von starkwüchsigen Unterlagen induziert. Veredlungsunterlagen spielen eine wichtige Rolle in der Fähigkeit des ganzen Baumes, sich an die Bedingungen des Klimawandels anzupassen. Eine zeitliche Lücke in Forschung und Entwicklung hinsichtlich starkwüchsiger Unterlagen resultiert heute in verringerter Marktverfügbarkeit starkwüchsiger Unterlagen und einer beginnenden Verarmung der genetischen Variabilität von starkwüchsigen Unterlagen. Das vorgelegte Projekt sichtete Literatur, um Anforderungen an klimaresiliente starkwüchsige Apfelunterlagen zu sammeln. Diese Anforderungen zeichneten sich durch große Vielfältigkeit aus, welche die vielfältigen Nutzungsansprüche von Apfelunterlagen ebenso widerspiegeln wie die Unsicherheit der Vorhersage von Klimawandelfolgen. Das engagierte ehrenamtliche Netzwerk deutscher Pomolog:innen gab den Anstoß zur Entwicklung eines bürgerwissenschaftlichen Projektes, um fortgeschrittene Teilnehmende zu befähigen, etwa 100 - jährige „Methusalem“-Apfelbäume zu georeferenzieren und ihre Eigenschaften sowie Standorteigenschaften zu erfassen, deren Ausprägung auf klimaresiliente Unterlagen hindeuten können. Ein digitaler Erfassungsbogen wurde im online Formular Entwickler jotform umgesetzt und eingebettet in ein bürgerwissenschaftliches Rahmenkonzept. Daten welche im dreimonatigen Zeitraum der Erfassung gesammelt wurden mithilfe von Rasterdaten um lokale jährliche Regenmengen, Höhenlage und den water retention index ergänzt (Vandecasteele et al. 2018). Die explorative Datenanalyse lässt vermuten, dass die erfassten Bäume eine große Variabilität ihrer Eigenschaften und Standortbedingungen aufwiesen, was nun eine kriteriengeleitete Auswahl von Kandidaten für die zukünftige Untersuchung ermöglicht. Daten zur Evaluation des genutzten bürgerwissenschaftlichen Ansatzes deuten darauf hin, dass simple Ansätze mit Massen-Beteiligung mit komplexeren Ansätzen zur Erfassung durch fortgebildete, erfahrende Teilnehmer:innen kombiniert werden sollten. Gemeinsam mit einer verlängerten oder andauernden Erfassungsphase der „Methusalem“-Apfelbäume könnte dies die Datenqualität und -quantität verbessern. Der Abschluss des bürgerwissenschaftlichen Projektes inklusive abschließender Evaluation und Bereitstellung der Daten in einem sicheren Datenbankformat ist für die nahe Zukunft geplant.
Katharina Carmen Edith Cziborra (Thu,) studied this question.