Politische Partizipation bildet die Grundlage der Demokratie und umfasst Aktivitäten wie Wählen, Kandidieren sowie das Unterschreiben von Petitionen. Für MigrantInnen, eine wachsende Bevölkerungsgruppe in Europa, ist sie zentral für Gleichberechtigung und Repräsentation, wird jedoch häufig durch ethnische, sozioökonomische und staatsbürgerliche Barrieren eingeschränkt. Aktuelle Forschung betont, dass ortsbezogene Faktoren, etwa Gemeindegröße, Bevölkerungsdichte, institutionelle Rahmenbedingungen und soziale Netzwerke, diese Dynamiken wesentlich prägen. Diese Dissertation untersucht daher, wie „place“ die politische Partizipation von MigrantInnen in ländlichen Gebieten beeinflusst. Am Beispiel Italiens zeigt sie, dass der ländliche Kontext spezifische Formen der Partizipation hervorbringt, in denen informelle Praktiken und lokale Beziehungen oft wichtiger sind als institutionelle Kanäle. Methodisch basiert die Studie auf einer qualitativen Inhaltsanalyse von Interviews mit MigrantInnen, PolitikerInnen, SozialarbeiterInnen und Geistlichen aus neun ländlichen Gemeinden in Piemont, Latium und Kampanien sowie auf der Analyse rechtlicher Dokumente zu den Partizipationsrechten von MigrantInnen in Italien. Empirisch verdeutlicht die Arbeit, dass ortsbezogene Faktoren zentrale Treiber politischer Partizipation sind und religiöse Institutionen sowie lokale Persönlichkeiten bedeutende Räume für Anerkennung und Engagement bieten. Konzeptionell erweitert sie das Verständnis von Partizipation über formale Kanäle hinaus, indem sie alltägliche Praktiken und informelle Netzwerke einbezieht. Aus einer theoretischen Perspektive, entwickelt die Dissertation einen Rahmen, der „place“ als konstitutive Dimension politischer Zugehörigkeit begreift und dadurch neue Einsichten in das Zusammenspiel von Migration, Partizipation und Lokalität eröffnet.
Giorgia Zogu (Wed,) studied this question.