In ihrer Arbeit setzt sich die nigerianische, in Antwerpen lebende Künstlerin Otobong Nkanga mit den Auswirkungen des deutschen Kolonialismus auf eine ehemalige Bergbauregion in der Nähe von Tsumeb im Norden Namibias auseinander. Nkanga befasst sich während ihres Aufenthalts nicht nur mit den extraktiven Folgen der Kupfermine in Tsumeb, einer für den deutschen Kolonialismus zentralen Mine, sondern thematisiert auch, welche zerstörerischen Konsequenzen der Kolonialismus auf die Beziehungen zwischen Land und Indigener Bevölkerung hatte. Nach ihrer Reise zu den Überresten der Mine in Tsumeb konzipierte Nkanga mehrere Installationen, die die Auswirkungen des deutschen Kolonialismus auf das Land in dieser Region verdeutlichen. In diesem Beitrag untersuche ich, ob Nkangas Installationen wie Tsumeb Fragments (2015) und The Weight of Scars (2015) als Anti-Monumente fungieren. Falls sich eine solche Lesart aus der bildwissenschaftlichen Analyse dieser Arbeiten ergibt, folgt die weitere Frage, ob es diesen Anti-Monumenten gelingt, den extraktiven Blick auf Land umzukehren und damit eine implizite Forderung nach Wiedergutmachung zu stellen. Im Fokus steht dabei die Auseinandersetzung mit den von den Anti-Monumenten eingesetzten ästhetischen Strategien, anhand derer die extraktiven Folgen des (deutschen) Kolonialismus in Namibia verdeutlicht werden.
Sarah Hegenbart (Thu,) studied this question.