Hintergrund und Ziele Das Anton-Syndrom ist eine seltene neuropsychologische Erkrankung, die durch kortikale Blindheit, visuelle Anosognosie und Konfabulation gekennzeichnet ist, meist aufgrund von bilateralen Schädigungen des Okzipitallappens. Betroffene Patienten verleugnen den Sehverlust trotz vollständiger Blindheit, was diagnostische Herausforderungen und Sicherheitsprobleme schafft. Wir berichten über einen Fall von Anton-Syndrom nach bilateralem Infarkt der hinteren Hirnarterie (PCA), der die Notwendigkeit klinischer Wachsamkeit und neuroimaging in der Diagnose hervorhebt. Methoden Fallbericht Ergebnisse Eine 72-jährige Frau mit Hypertonie, Typ-2-Diabetes mellitus, Parkinsonismus und vorherigem linken hinteren Hirnarterien-Infarkt (PCA) stellte sich mit fortschreitenden Sehstörungen, Verwirrung und schlechter werdender Mobilität über mehrere Tage nach einem leichten Sturz vor. Die erste Bewertung schrieb die Symptome dem funktionalen Rückgang aufgrund des vorherigen Schlaganfalls zu. Die Überprüfung des Schlaganfalls zeigte einen ausgeprägten bilateralen Sehverlust, begrenzt auf Handbewegungen, mit fehlendem Drohreflex. Die Patientin leugnete den Sehschaden und gab konfabulatorische Beschreibungen ihrer Umgebung, einschließlich der „mosaik-musterhaften Krawatte“ des Prüfers, ab. Es lagen keine weiteren fokalen neurologischen Defizite vor. Der NIH Stroke Scale Score betrug 4, was auf einen Sehmangel und Verwirrung hinweist. MRT zeigte bilaterale subakute PCA-Infarkte. Die klinische Triade aus kortikaler Blindheit, Blindheitsleugnung und Konfabulation bestätigte die Diagnose des Anton-Syndroms. Sie wurde mit antithrombozytärer Therapie und Optimierung der kardiovaskulären Risikofaktoren behandelt und in die stationäre Rehabilitation verlegt. Die kardiologische Überwachung und die Bewertung der embolischen Quelle waren unauffällig. Bei der Nachuntersuchung blieb sie kortikal blind mit anhaltender Anosognosie, was betreute Mobilität und kontinuierliche Sicherheitsunterstützung erforderte. Fazit Das Anton-Syndrom sollte bei Patienten mit bilateralen okzipitalen Infarkten, die den Sehverlust leugnen, in Betracht gezogen werden. Eine frühzeitige Erkennung mittels MRT vermeidet psychiatrische Fehldiagnosen, erleichtert die Sicherheitsplanung und ermöglicht eine maßgeschneiderte Neurorehabilitation. Interessenkonflikt Shwe Paing: nichts zu offenbaren.
Paing et al. (Fri,) untersuchten diese Frage.