In diesem Papier werden die Zusammenhaenge zwischen objektiven Gegebenheiten und Unzufriedenheit auf der einen sowie der Konstruktion des Kernenerieproblems und der Mobilisierung von Antiatomkraftbewegungen in Westeuropa auf der anderen Seite, untersucht. An Hand von Daten ueber Protestreaktionen anlaesslich der Tschernobylkatastrophe werden zuerst die Effekte sogenannter 'suddenly imposed grievances' diskutiert. Anschliessend besprechen wir das 'frame alignment'-Modell, das die Bedeutung von Definitions- und Interpretationsprozessen fuer die Mobilisierung sozialer Bewegungen betont und konfrontieren dieses Modell mit Daten ueber die Bevoelkerungsmeinung zur Kernenergie und ueber die Mobilisierung antinuklearer Bewegungen in Westeuropa. Aus unserer Analyse ergibt sich, dass objektive Gegebenheiten als solche nur wenig erklaeren, und dass aehnliche Ereignisse und Konditionen in verschiedenen Laendern zu sehr unterschiedlichen Interpretationen des Kernenergieproblems und Mobilisierungsniveaus antinuklearer Bewegungen gefuehrt haben. Es stellt sich heraus, dass das unterschiedliche Erfolgsmass der Interpretationsversuche antinuklearer Bewegungen nicht von der Art des diskursiven Streits als solchen, und auch nicht von der faktischen Grundlage der Behauptungen der Bewegung, abhaengt. Unsere Daten zeigen, dass die politischen Chancenstrukturen der Bewegung, und das sich daraus ergebende international unterschiedliche Ausmass, in dem es der Antiatomkraftbewegung gelungen ist, den Ausbau der Kernenergie zu verhindern oder aufzuhalten, sowohl fuer die Effekte der Bewegung auf die Entwicklung der Bevoelkerungsmeinung, als auch fuer das Mobilisierungsniveau der Bewegung, von ausschlaggebender Bedeutung gewesen ist. Daher ist eine Kombination von politischen Chancenstruktur- und Framingperspektiven am ehesten im Stande, die unterschiedlichen Karrieren des Kernenergiekonfliktes in Westeuropa verstaendlich zu machen. (orig.)
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Koopmans et al. (1995) studied this question.
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