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Examines changes in Orthoptera biodiversity in a Pannonian habitat, suggesting important conservation measures.
Mitteleuropäische Graslandökosysteme haben in den letzten 150 Jahren tiefgreifende Veränderungen durchlaufen, die vor allem auf landwirtschaftliche Intensivierung, Nutzungsänderungen und Sukzession zurückzuführen sind. Diese Entwicklungen hatten erhebliche Auswirkungen auf die Heuschreckenfauna (Orthoptera), die besonders empfindlich auf Habitatstruktur und mikroklimatische Bedingungen reagiert. Die vorliegende Studie untersucht historische Veränderungen und die aktuelle Zusammensetzung der Orthopterengemeinschaft im Natura-2000-Gebiet „Sandberge Oberweiden“ in Niederösterreich, einem geschützten Steppenrasenlebensraum mit einer Fläche von 126 ha und einer über hundertjährigen entomologischen Dokumentation. Zur Erfassung langfristiger Trends wurden historische Nachweise aus dem Zeitraum 1850 bis 2022 zusammengestellt, ausgewertet und durch standardisierte, transektbasierte Erhebungen aus dem Jahr 2024 ergänzt. Insgesamt wurden 59 Transekte in fünf Habitattypen (alte Wiesen, neue Wiesen, Weiden, Gebüsche und offene Sandrasen) mittels Kescherfang im Juni, Juli und August untersucht. Artenreichtum und Abundanz wurden auf Transektebene mittels generalisierter linearer gemischter Modelle (GLMM) analysiert, während die Zusammensetzung der Heuschreckengemeinschaften anhand der Bray-Curtis-Dissimilarität untersucht wurde. Langfristige Veränderungen ökologischer Traits (Feuchtigkeit & Substrat) wurden deskriptiv ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen einen Rückgang xerophiler und psammophiler Spezialisten, von denen viele bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts aus dem Gebiet und in weiterer Folge auch aus Österreich verschwanden. Im Gegensatz dazu nahmen mesophile und generalistische Taxa zu. Trait-basierte Analysen weisen auf einen Übergang von sandgebundenen zu graslandtypischen Artengemeinschaften hin, was auf die zunehmende Vegetationsverdichtung und eine reduzierte Störungsdynamik zurückzuführen ist. Die GLMMs bestätigten signifikante Effekte von Habitattyp und Erhebungsmonat auf Artenreichtum und Abundanz, wobei die höchsten Werte im Frühsommer sowie in alten Wiesen und offenen Sandrasen auftraten, während neue Wiesen die niedrigsten Werte aufwiesen. Insgesamt belegen die Ergebnisse einen langfristigen Filterungsprozess, bei dem Habitatgeneralisten persistierten oder auch zunahmen, während stenotope Sandsteppenspezialisten abnahmen oder gänzlich verschwanden. Der Schutz dieses Dünenlebensraumes erfordert die Erhaltung eines Mosaiks unterschiedlicher Habitattypen und Bewirtschaftungsformen, insbesondere durch die Sicherung und Wiederherstellung offener Sandflächen in Kombination mit extensiver Beweidung und Mahd.
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Mario Oswald (2026) studied this question.
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